Zeit für…

Vor wenigen Tagen habe ich die Blogparade auf Lieferando.de durchgelesen und finde das Thema „Zeit“ sehr spannend und dachte mir, da lohnt es sich erstens ein paar Gedanken zu machen und natürlich darüber zu bloggen. In der Blogparade gibt es einen kleinen Fragenkatalog mit folgenden Fragen:

  1. Wofür vergeudest Du gerne mal Deine Zeit?
  2. Für das Erledigen welcher unangenehmen Dinge geht Dir am meisten Zeit verloren?
  3. Was wäre Dir eine Stunde mehr Freizeit wert?
  4. Wie viel Zeit am Tag verbringst Du, um Dich weiter zu entwickeln (geistig, körperlich)?
  5. Wenn Du an einer Stelle in der Vergangenheit mehr Zeit haben könntest, welche wäre es?
  6. Was würdest Du mit einer Stunde mehr Zeit pro Tag anstellen?
  7. Was würdest Du machen, wenn das nächste Wochenende vier Tage hätte?
  8. Dein Lieblingszitat zum Thema Zeit.

Ich werde bestmöglich versuchen die Fragen in einen gut lesbaren und interessanten Text zu integrieren und wünsche mir, dass ihr nach dem Lesen des Artikels Euch selber auch mal Gedanken über die „Zeit“ macht und mir schreibt!

Wenn es im Alltag etwas gibt, von dem man nie genug haben kann, dann ist das die Zeit und sie ist so kostbar. Als Vollzeit-Ingenieur komme ich in der Woche fast immer rechtsbündig an die 50h ran und wenn der Arbeitstag endlich um 18-19 Uhr zu Ende geht, muss man schon wirklich das beste Zeitmanagement fahren, damit man noch wenigstens die Dinge erledigen und machen kann, die wichtig sind. Zeit vergeuden klingt im ersten Moment ziemlich negativ, aber ich weiß wie die Frage gemeint ist. Das Vergeuden von Zeit würde ich mir niemals verzeihen, aber sie in schöne Erlebnisse und Momente zu investieren halte ich für absolut richtig und wichtig. Ein Beispiel aus dem Leben: Wenn ich wieder mal auf dem Rad bin und meinen Weinberg-Trail fahre bin ich meistens sehr zügig und sportlich unterwegs. Da wird durch den Wald geprescht, jeder kleine Sprung mitgenommen und jeder Hang wird zum Adrenalinkick. Dann plötzlich entdeckt man ein kleines süßes Eichhörnchen 20m weiter vorne die Straße kreuzen. Eichhörnchen haben glaube ich eine magische Anziehungskraft auf uns Menschen, denn jedes Mal, wenn man dieses Getier entdeckt, bleibt man stehen und schaut dem lustigen Treiben zu. Und genau das bin auch ich. Dafür pausiere ich meine sonst so geladene Radtour gerne und nehme mir 10 Minuten Zeit, um die Eindrücke um mich herum aufzusaugen und zu genießen.

Der Haushalt, der Haushalt und Einkaufen. Ich habe meine Wohnung sehr gerne sauber und aufgeräumt. Außerdem koche ich etwa 3-4 die Woche und da staut sich natürlich einiges im Haushalt zusammen. Da der Tag durch die Arbeit sowieso schon hart genug kastriert ist, muss man sich die wöchentliche Haushaltsarbeit sehr gut aufteilen, damit keine unnötigen Schleifen oder Hindernisse entstehen. Ich habe mir aus diesem Grund einen kleinen Plan für die Reinigung und den Einkauf erstellt. Bei der Reinigung wird die gesamte Wohnung immer Montag und Freitag (wenn Freitag blockiert => Donnerstag) gesaugt. Am Wochenende wird evtl. noch Staub gewischt. Die anderen Sachen wie Spülmaschinengänge und Waschmaschinenladungen erwähne ich hier gar nicht, aber das alles kommt zusammen. Damit der Einkauf für das wöchentliche Kochen nicht im wirren Chaos landet, habe ich mir seit einigen Jahren angewöhnt Wochenpläne zu erstellen. Kurze Erklärung: Für jede Kalenderwoche erstelle ich (meistens) am Wochenende einen Wochenplan mit Rezepten, bei denen ich die Zutaten miteinander bestmöglich kombinieren kann. Das Ding nennt sich auch „Kaufdiät“, für die, die es interessiert. Ich mache das natürlich irgendwo auch gerne, das alles zusammen genommen ist mir jedoch gesamtheitlich unangenehm, weil ich diese Zeit gerne anderweitig investieren würde. Leider nicht möglich!

Ich fasse mal die Frage 3 und 6 zusammen, weil sie für mich inhaltlich zusammengehören. Eine Stunde mehr Freizeit am Tag ist natürlich extrem knapp bemessen, aber wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich gerne auf ein paar Euro Monatsbrutto verzichten, um 5 Stunden mehr in der Woche genießen zu können. Wäre zumindest mal ein Anfang. Wenn ich heute eine Stunde mehr Zeit am Tag hätte, würde ich mir meinen Modellhubschrauber schnappen, damit weit weg auf ein Feld ohne Autos und Menschen fahren und dort eine volle Stunde rumfliegen – das vermisse ich wirklich und bin schon seit mehreren Monaten nicht mehr geflogen. Armer Heli, so wenig Zuneigung und so viel Staub 🙁

Wo Schatten ist, ist auch Licht. Wenn das Zeitmanagement hinhaut (und das tut es überraschenderweise sehr oft), bleibt einem natürlich auch ein bisschen Zeit neben der Arbeit und das ist auch gut so. Für das körperliche Wohlbefinden mache ich – oh Wunder – Sport. Direkt nach der Arbeit schwinge ich mich auf das Fahrrad und fahre in die Weinberge hoch, wo ich ganz alleine auf meine Art entspanne. Außerdem bin ich an anderen Tagen spät Abends noch im Fitnessstudio und kann so ein bisschen Dampf ablassen – das braucht man(n) halt. Das geistige Gleichgewicht habe ich tatsächlich beim bloggen. Bloggen bedeutet für mich Entspannung pur und das Ausklammern der allgegenwärtigen Hektik. Alles im Alltag geht so schnell, manchmal habe ich das Gefühl, dass die Menschen um mich herum nur noch am Hetzen sind. Selbstverständlich adaptiert man das zum Teil und schwimmt das ein oder andere Mal mit, aber das Bloggen holt mich zum Glück komplett runter. Ich bestimme meine Schreibgeschwindigkeit, kann mich über die Themen in der Tiefe informieren, wie ich das möchte. Keiner sagt mir, über was und wie ich schreiben soll. Man könnte fast meinen, es ist eine Art der Meditation. Mir tut es gut.

Antwort 5: Ich hätte gerne Zeit gehabt, um mich von meinem Opa in der Türkei zu verabschieden, als er gestorben ist. Das ziehe ich heute noch mit.

Harter Wechsel von Frage 5 auf 7, aber da muss ich jetzt durch. Ein Wochenende mit vier Tage, das würde in Deutschland wahrscheinlich niemand freiwillig ablehnen und ich ganz sicher auch nicht. Ich würde einen Flug nach Hamburg für meine Freundin und mich buchen, die Zeit vergessen, ganz wichtig: Krabbenbrötchen bei der „Brücke 10“ essen und das Handy ausschalten. Der letzte Punkt ist sicher immer sehr schwer, aber es ist einfach auch mal wichtig, nicht erreichbar zu sein und sich auf das zu konzentrieren, was man gerade tut – und zwar vollumfänglich ohne Ablenkung.

Und zum Schluss noch das obligatorische Zitat zum Thema Zeit. Ich werde aber auch noch ein bisschen was dazu interpretieren und schreiben:

Die ihrer Alltagsarbeit froh werden, sind weitaus glücklicher als die Freizeitfanatiker (Hans Bernhard Meyer)

Diesen Spruch wird man mit großer Sicherheit falsch deuten, deswegen habe ich ihn gewählt und versuche ein paar aufklärende Worte zu finden. Für mich plädiert der Spruch keineswegs für längere Arbeitszeiten, um Himmels Willen, oder weniger Urlaub. Er weist darauf hin, dass wir seelisch zu kurz kommen, wenn wir denken, in der Freizeit umfassend nachholen zu können, was uns in der Woche über fehlt. Wegen dieser unbestreitbaren Tatsache sind jene Menschen, die bei der Arbeit froh sein können, besser dran als die Vielen, die nur auf den Ausgleich während der Freizeit hoffen. Man denkt dann oft: Es liegt ganz und gar an den Umständen, zu welcher Gruppe jemand gehört. Zugegeben, viele Tätigkeiten sind äußerst mühsam oder verlangen sogar eine Verleugnung des eigenen Wertsystems. Das lässt kaum Spielraum für Freude. Aber ist kaum dasselbe wie gar kein Spielraum? Wo wir uns in Vorgaben eingezwängt fühlen, erlahmen Arbeits- und Lebensfreude. Erkennen wir jedoch im täglichen Berufseinerlei Lichtblicke und schöne Momente der Gestaltungsfreiheit, erfüllt uns das mit neuer Kraft. Wir können unsere Pflichten missmutig erledigen oder Herausforderungen mit Anmut meistern. Ich war vor meinem Job ein ganzes Jahr auf der Suche nach Arbeit und weiß, dass der Drang nach Freizeit nicht nur mit positiven Momenten verbunden ist. Lieber habe ich 100 Ziele, die ich über Monate mit vollem Einsatz abarbeite und stolz auf mich bin, als gar keines im Leben zu haben.

Siehe auch

Warnung vor RentMax Autovermietung Florida

Ich muss an dieser Stelle leider mit den Negativmeldungen vom letzten USA-Urlaub weiter machen, denn …

4 comments

  1. Lieber Göki, das ist ein toller Beitrag zu meiner Blogparade! Ich wünsche Dir noch einen tollen Tag.

    Viele Grüße
    Ulrike

  2. Hallo Göki,
    ich habe auch an der Parade teilgenommen nur leider kein Feedback von Ulrike bekommen.

    Ich wollte kurz fragen ob es Dir recht ist das ich Deinen Beitrag am Ende meines erwähnt und verlinkt habe.
    Siehe: http://www.lotharsblog.de/zeit-fuer-mich.php

    Wenn das nicht ok ist dann sage bitte kurz bescheid.

    Ansonsten weiterhin viel Freude mit Deinem Blog und viele Zeit für Dich…

    Grüße
    Lothar

    • Hallo Lothar,
      das geht völlig in Ordnung. Finde deinen Beitrag sehr gut geschrieben, ein sehr vielfältiges Thema in jedem Fall.

  1. Pingback: Zeit für mich

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