Warum ich nicht promoviert habe?

Ich habe mich gestern mal wieder an das Promotionsangebot (damals) von Daimler erinnert. Prompt kam mir die Idee, die entstandenen Gedanken in Zeichen umzusetzen und das ist dabei rausgekommen:

Wir schreiben das Jahr 2012 und die Diplomarbeit bei der Daimler AG neigt sich so langsam aber sicher dem Ende zu. Ich führe das übliche Studentenleben: Ständig müde trotz gefühlten 12 Stunden Schlaf, genug Zeit und Energie und der sorgenlose Alltag. Ich befinde mich in der Schreibphase der Diplomarbeit und schaffe, wenn es gut läuft, ca. 4-5 Seiten am Tag. Vier Wochen vor geplanter Fertigstellung schreibe ich die letzte Seite der Diplomarbeit ab und fange an die Unterlagen für die Präsentation fertig zu machen – plötzlich kommt der Abteilungsleiter reingestürmt und mit totaler Entschlossenheit geradeaus zu mir an den Platz. Er setzt sich neben mich und sein erster Satz: ,,Herr C., wie denken sie über das Thema „Promotion“? Huch, mein Herz rutschte für einen Moment in die Hose, aber zum Glück habe ich mir das nicht anmerken lassen. Kurz gefasst: Ich habe die Promotionsstelle abgesagt und ich erkläre warum das so entschieden wurde.

Ich muss ehrlich gestehen, dass mir die Diplomarbeit wahnsinnig viel Spaß bereitet hat und ich habe gleichzeitig so viel gelernt, wie in 10 Semestern Studium an der Universität Stuttgart. Auch muss ich zugeben, dass mir die 6 (respektive 5 Monate) während der Diplomarbeit von der Dauer her auch gereicht haben. Die Vorstellung, bei einer Promotion nochmal mindestens drei Jahre in Forschungsarbeit zu investieren, hat bei mir nur Sorgenfalten verursacht. Auch bin ich nicht der Typ für eine Promotion, das wusste ich aber schon vor meiner Entscheidung, da diese Option durchaus mal Grund für Diskussionen im Freundeskreis war. Ich bin auch der festen Überzeugung, dass nicht jeder unbedingt promovieren kann bzw. muss. Bei mir kamen damals folgende Checkfragen auf:

  1. Traue ich mir zu, die nächsten 3-5 Jahre in Forschungsarbeit zu investieren?
  2. Habe ich dadurch einen wesentlichen Gehaltsvorteil in meiner Zielbranche?

Ich habe beide Fragen mit „Nein“ beantworten können und habe ich dagegen entschieden. Erstens war ich am Ende meines Studiums bereits stolze 26 Jahre alt und wollte endlich in die Industrie und arbeiten und zweitens wäre das bei meinem Einstieg eine Differenz von etwa 120€ Netto gewesen. Da spare ich mir die Jahre der Promotion gerne, obwohl ich weiß, dass Geld nicht allein der Mittelpunkt einer Doktorarbeit sein sollte. Ich habe meine Prioritäten einfach anders gelegt und mich dagegen entschieden. Fast 2 1/2 Jahre später bereue ich diese Entscheidung zu keinem Zeitpunkt. Ich habe einen festen Job, der anständig bezahlt wird und Spaß macht er auch noch – Herz, was willst du mehr? 🙂

Siehe auch

Warnung vor RentMax Autovermietung Florida

Ich muss an dieser Stelle leider mit den Negativmeldungen vom letzten USA-Urlaub weiter machen, denn …

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