Unknown User – Kritik





Als ich das erste Mal von Unknown User gehört und gesehen habe, schwante mir bereits nichts Gutes, aber dass der Film so einen desaströsen Müll an den Tag legt, hätte ich mir nur schwer vorstellen können – herzlich Willkommen bei der Kritik von „Unknown User“.

Die Uhr schlägt 2 Uhr in der Nacht, ich als alter Gruselfilme-Liebhaber verspüre wieder die Lust mich so richtig zu erschrecken, so wie in Filmen wie „The Last House on the Left“ oder „Insidious 1“ (bewusst der erste Teil, da der Rest so lala war leider). Licht aus, Heimkinosystem hochfahren und ab der Streifen, aber huch, was ist das denn? Eine Bildschirmaufzeichnung  von einem Computer. Naja, wir leben in der multimedialen Zeit und heutzutage dürfte das vielen bekannt sein. Doch um was geht es jetzt in „Unknown User“ eigentlich? Ich werde, wie immer, keinen Spoiler direkt in den Artikel reinschreiben. Der Spoiler wird dann in einer separaten Box reingestellt (siehe unten Beispiel, nicht aus dem Film). Jeder, der ungeduldig ist oder einfach die Fakten erfahren will, klickt rein und liest sich es durch.

[su_spoiler title=“Spoiler Beispiel“]Hier stünde Spoiler.[/su_spoiler]

Jugendliche wollen an einem Abend zusammen skypen, als ihnen ein mysteriöser und unerwünschter Gast auf die Pelle rückt und sie ihn nicht loswerden können. Der Gast ist ihnen ein nicht Unbekannter und macht den Teenies das Leben zur Hölle. Klingt erstmal eigentlich recht spannend, ist es aber in der Realität nicht. Der Zuschauer sieht, grob gesagt, während dem gesamten Film einen Computerbildschirm, in dem ein Mädchen wild durch drei Programme (iMessage?, Skype und Spotify) rumklickt. Anfangs dachte ich, dass die Computerbildschirm-Szene irgendwann verschwinden würde, aber der Film macht als „Horrorfilm“ einen ganz entscheidenden Fehler am Anfang. In der Regel folgen gute Horrorfilme einem sehr genauen Schema: Sie bauen langsam eine beklemmende Atmosphäre auf, damit der Zuschauer Zeit hat sich mit dem Protagonisten oder einer Gruppe zu identifizieren. Anschließend kommt der eigentliche Horror-Teil, wo es dann in Schocker- oder Psychoelemente übergeht.

„Unknown User“ hat so eine langweilige und zäh lange Anfangsphase, ich bin noch bei keinem anderen Horrorfilm nach der 20 Minuten Marke in die Küche verschwunden, um im Kühlschrank nach Snacks zu suchen und mir ein kühles Bier zu holen, kurz aufs Klos zu gehen und beim Zurückkommen festzustellen, dass sich nichts am Film geändert oder man was verpasst hat. Der Film projiziert aus meiner Sicht auch die heute immer mehr verdummenden Teenager. Jeder denkt nur noch an sich, was die anderen machen scheint belanglos zu sein. Ich bin mir nicht sicher, an welche Zielgruppe sich der Film richtet. Für Horrorfilm-Fans auf jeden Fall nicht und sollte es wirklich der Fall sein, dass die heutigen 12-16 jährigen Gefallen an solchen Filmen finden, dann gute Nacht Deutschland. Der USK 12 muss man zu Gute halten, dass sie ihn wahrscheinlich nicht viel gruseliger oder blutiger machen konnten, aber dann hätte sich der Regisseur einfach ein anderes Genre aussuchen sollen. Entscheide lieber ungefähr richtig, als genau falsch und „Unknown User“ war definitiv die falsche Entscheidung von Levan Gabriadze. Setzen 6.

[su_spoiler title=“Spoiler in Kürze“]Die Teenager sind für den Selbstmord einer Freundin verantwortlich, weil sie ein Mobbingvideo bei Youtube hochgeladen haben. Das tote Mädchen rächt sich dann als „Unknown User“ in Skype und tötet alle Teenies. Damit ist alles zum Film erzählt.[/su_spoiler]

Review Overview

Bewertung

Wer Lust hat, Teenagern beim skypen zuzuschauen und über den gesamten Film einen Computerbildschirm mit diversen Programm zu sehen, sollte unbedingt rein. Der Film ist so spannend wie 200 Kartoffeln zu schälen.

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Siehe auch

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