TP-Link TL-PA4010PKIT Powerline – Test

Der ein oder andere kennt das Problem: Man zieht in eine neue Wohnung ein, richtet die Möbel ein und kommt irgendwann zu dem Punkt, die ganze Heimelektronik einzurichten. Mittlerweile gibt es ja genug Lösungen das Heimnetz aufzubauen, ich nenne einfach die drei bekanntesten Optionen:

  • klassisch über ein Netzwerkkabel
  • WLAN
  • Powerline

Die erste Option bietet selbserklärend die höchste Geschwindigkeit, erfordert aber eine direkte Verbindung des Computers mit dem eigenen Modem / Router. Die komfortabelste und einfachste Lösung dürfte das WLAN sein – Stick in den Computer rein, Passworteingabe und schon kann es losgehen. Die letzte Option „Powerline“ stellt eine Sonderlösung für Nutzer dar, denen die Geschwindigkeit des WLANs zu niedrig und eine Direktverkabelung mit Option 1 nicht möglich ist. Genau das war auch bei mir der Fall und aus diesem Grund entschied ich mich, auf die Powerline von TP-Link zu setzen und möchte hier in einem Test über meine bisherige Erfahrung nach 4 Monaten berichten. Kaufen kann man die Powerline über den folgenden Link bei Amazon:

Das Powerline Set TL-PA4010PKIT kostet bei Amazon 40 Euro und im Lieferumfang sind enthalten:

  • 2x Powerline Adapter mit je einem Netzstecker und einer RJ-45 Buchse
  • 2x Netzwerkkabel
  • Schnellinstallations-Handbuch
  • Installations-CD (braucht man nicht)

Das Prinzip erklärt in wenigen Worten

Die Powerline Adapter funktionieren folgendermaßen: Von eurem Router geht ein Netzwerkkabel zur ersten Powerline, ich nenne sie jetzt „Sender“. Diese Powerline hängt bei euch zu Hause in irgendeiner Steckdose, Steckdosenleiste oder einer 230V Dose. In der Nähe eures Computers ist eine weitere Powerline, der „Empfänger“, eingesteckt und von diesem geht wieder ein Netzwerkkabel aus, diesmal in euren Computer. Das Internet wird sozusagen über das Heimnetz verteilt.

Wie installiert man eine Powerline?

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Die Installation ist kinderleicht und kann von jedem Laien eingerichtet werden. Man packt die beiden Powerlines aus und bringt sie an die gewünschten Orte an die Dosen dran.

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Anschließend kommen die Netzwerkkabel an ihren prädestinierten Anschlüsse, namentlich Modem / Router und am Computer. Danach drückt man einen kleinen Taster an einem der Powerlines und hat eine gewisse Zeit, um den Taster an der anderen Powerline zu betätigen. Nach einer kurzen Initialisierung leuchten die drei Leuchten an dem Adapter und fertig ist die Internetverbindung. Kinderleicht war also nicht übertrieben!

Wie hoch sind die Übertragungsraten im Vergleich zu den anderen Optionen?

Natürlich habe auch ich mir diese Frage gestellt und die drei Optionen bezüglich der Geschwindigkeit miteinander verglichen und möchte euch die Ergebnisse mitteilen. Zuerst aber vielleicht als Grundlage mein derzeitiger Internet-Tarif: Ich habe das 2play Comfort mit 120 Mbit/s Download und 6 Mbit/s Upload. Mein Modem befindet sich 3,50m Luftlinie von meinem Rechner entfernt (wichtig für die Beurteilung des WLAN-Ergebnisses). Interessant ist jedoch nur, wie viel an Geschwindigkeit hinten wirklich raus kommt und das habe ich mit dem Speedtest von Oakla versucht zu bestimmen (100% genau ist dieses Messverfahren nicht, aber da alle drei Optionen auf diese Weise verglichen werden, kann man zumindest einen Trend interpretieren). Ich habe alle Programme im Hintergrund für die Tests deaktiviert und jeweils 10 Läufe gemacht. Die Ergebnisse von der Download- und Uploadgeschwindigkeit habe ich in zwei Diagrammen festgehalten:

download_speed

upload_speed

Als erstes möchte ich auf die Downloadgeschwindigkeit eingehen. Meine Erwartungen an das Ergebnis haben sich sinngemäß bestätigt. Wenn man die Messungenauigkeiten abzieht, bleibt der Geschwindigkeitssieger klar die klassische Verbindung über ein Netzwerkkabel. Im direkten Vergleich zur Powerline hat man im Schnitt einen Zuwachs von ca. 2,5 MB/s beim Download. Ein änhliches Bild ergibt sich, wenn man die Powerline mit der WLAN-Verbindung vergleicht, denn hier sind es im Schnitt auch ca. 2,5 MB/s, die man mit einer reinen Funkverbindung einbüßen muss.

Beim Upload hat mich die Powerline doch sehr überrascht, da sie fast auf dem Niveau einer Netwerkverbindung mit Kabel liegt. Bis auf ein paar Zehntel waren die Ergebnisse ziemlich identisch. Hier fällt der Unterschied der WLAN-Verbindung zum Rest wesentlich gravierender aus, da wir im Schnitt wieder ca. 2,5 MB/s unter den beiden anderen Verbindungsarten liegen und das ist bei 6 MB/s Gesamtupload natürlich prozentual ein etwas tieferer Einschnitt.

Fazit

Die Powerline von TP-Link ist im Testfeld der teuereste Kandidat mit seinen knapp 40€ Kaufpreis. Verglichen zu einem Netzwerkkabel (zwischen 6-12€) oder einer WLAN-Verbindung (ca. 15€) zahlt man hier gleich mehr als das Doppelte, aber lohnt sich diese Investition und für wen ist dieses Setup geeignet? Der Vergleich mit einem Netzwerkkabel ist relativ einfach. Wenn der Computer sich nicht im gleichen Zimmer oder Stockwerk befindet, ist es mühsam ein Netzwerkkabel über 15m und mehr zu verlegen. Jetzt bleibt nur noch die Frage, ob WLAN oder Powerline? Hat man z.B. mehrere störende Wände im Haus und möchte das ganze über WLAN lösen, können die Geschwindigkeiten teils rapide in den Keller sinken und genau hier bietet die Powerline den entscheidenden Vorteil. Es ist völlig egal, in welche Einzelsteckdose man die Powerline steckt, die Geschwindigkeit wird nicht durch Hindernisse beeinflusst und wer auf diverse Streamingangebote in HD-Qualität zugreifen möchte, hat mit einer WLAN Verbindung möglicherweise schlechte Karten. Man muss bei der Powerline aber auch unbedingt dazu erwähnen, dass die Geschwindigkeiten an z.B. Multisteckdosenleisten stark abnehmen können. Als Faustregel gilt daher – je einfacher die Steckdosenleiste (Baumarkt Wühltisch für 1-2€), desto gleichbleibender die Geschwindigkeit. So würde ich es nicht empfehlen, die Powerline z.B. an einer Master-Slave-Steckdosenleiste zu betreiben. Hier hatte ich anfangs Geschwindigkeitseinbußen von ca. 2MB/s. Außerdem sollte man darauf achten, dass die Wege zwischen der Powerline und dem Endgerät nicht allzu lang sind. Eine Länge über 3m würde ich für das Netzwerkkabel nicht empfehlen. Abschlißend kann ich an dieser Stelle nur eine Empfehlung für die TP-Link TL-PA4010PKIT aussprechen, weil sie für meinen Verwendungszweck (HD-Filme Streams, Onlinegaming, Youtube-Uploads) hervorragende Arbeit mit einer durchauch ansehnlichen Geschwindigkeit leistet.

Siehe auch

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