South Park: Stab der Wahrheit – Review

Nazis, Zombies, Morgan Freeman – South Park!

Vorwort

Jedem Mattscheibengucker dürfte der Begriff „South Park“ etwas sagen und meistens gibt es da zwei Fraktionen: die einen, die die Serie zum Himmel loben und andere, die mit dem tiefschwarzen und skurrilen Humor absolut nichts anfangen können. Aus diesem Grund polarisiert South Park auch so stark, wie wahrscheinlich keine andere bekannte Fernsehserie es tut. Glücklicherweise gehöre ich der Fraktion „geiler Scheiß Sout Park“ an und gehe, zugegebenermaßen, mit einer positiven Voreinstellung in das Spiel rein.

Macht der Fantasie – die Geschichte

Der Name verrät es bereits, denn im Spiel geht es tatsächlich um einen Stab, den Stab der Wahrheit, mit dem der Besitzer die völlige Kontrolle über das Universum erhält. Der unantastbare Herrscher über das Alles! Der Stab der Wahrheit wurde gestohlen und nur gut, dass der coolste Magier der Welt selbst – nämlich Eric Cartmann (der hervorragend epische Auftritte im Spiel genießt) – den Stab zurückgewinnen und die gesamte Welt, pardon, das gesamte Universum retten will. Unser Charakter ist neu in der kleinen Stadt in Colorado und durchlebt während der Geschichte von Nazi-Zombies bis hin zu schmutzigen Sexszenen seiner Eltern alles, was das South Park Herz begehrt. Natürlich hat sich Eric diese Geschichte komplett selber ausgedacht und erst im Verlauf des Spiels stellt man als Spieler fest, welch eine unglaublich mächtige Fantasie hinter so einer Story stecken muss.

Das Spiel

Unser Charakter der „Neue“ wird ungewollt mit in diese Geschichte von Cartmann einbezogen und wird, wie man es für Cartmann nicht anders erwarten hätte können, als Sir Saftsack (engl. „Douchebag“) getauft. Bei „South Park – Stab der Wahrheit“ handelt es sich streng genommen um ein rundenbasiertes RPG, aber für meine Interpretation natürlich stark vereinfacht. So muss man bereits bei der Klassenauswahl, bei der wir zwischen dem Kämpfer, Magier, Dieb und … Juden wählen können, ein kleines Schmunzeln über die Lippen bringen. Ich meine, in welchem anderen RPG können wir als Klasse den Juden auswählen? Wer sich bereits in dieser Szene vom doch sehr schwarzen Humor angesprochen fühlt, den erwarten die unterhaltsamsten 7-8 Stunden beim South Park Spiel. Diese Spielzeit ist realistisch, wenn man sich auch während der Hauptaufgabe, um die zahlreichen Nebenquests kümmert und das lohnt sich in jedem Fall! South Park nimmt sich zu keinem Zeitpunkt ernst und das ist auch gut so, denn die Entwickler haben exakt an die Vorlage der Serie gehalten, was den Witz angeht und versprochen: In South Park – Stab der Wahrheit bekommt jeder sein Fett weg. Seien es die schießwütigen Amerikaner, die Beleidigung der Kanadier oder die Klischees über Homosexuelle. Diese Absurdität begleitet das gesamte Spiel und fast alle bekannten Charaktere aus der Serie kommen vor. Dabei nimmt das Spiel auch direkt Bezug zu den Geschichten in den Serien, die als kleine Easter-Eggs vorkommen. Deswegen würde ich es schon als Vorteil empfinden, wenn jemand mit South Park Vorkenntnissen an das Spiel geht als einer ohne. Der Witz wird nicht verloren gehen, wenn man die Serie nicht kennt, aber einige Szenen werden sicher Fragezeichen aufwerfen, auf die man als Nichtkenner nicht drauf kommt.

Gameplay

Das Gameplay ist relativ leicht erklärt. Wie für ein RPG typisch, rüsten wir unseren Charakter mit diversen Gegenständen aus und können ihm im weiteren Verlauf Aufwertungen spendieren. Alle Waffen- und Rüstungsgegenstände können mit so genannten Perks weiter verbessert werden, die wir im Spiel looten oder kaufen können. Außerdem hat Obsidian bei der Charakteranpassung ein ganzes Arsenal an Möglichkeiten ins Spiel integriert und so können wir vom Tattoo bis hin zum Bart fast alles an unserem Charakter nach Lust und Laune verändern (auch während des Spielverlaufs).

Der Kampf ist, wie bereits erwähnt, rundenbasiert und dabei wir haben über einen Großteil des Spiels einen Begleiter neben uns, der uns im Kampf tatkräftig unterstützt. Bei den Kämpfen kommt es hauptsächlich darauf an, die richtigen Tasten zum richtigen Zeitpunkt zu betätigen, um perfekte Angriffe einzuleiten. Die Kampfmechanik ist als „sehr leicht“ einzustufen, denn ein so richtig tiefes Gameplay besitzt South Park nicht. Wer hier ein Format wie Dragon Age erwartet, wird mit großer Sicherheit enttäuscht sein, aber das will South Park ja auch gar nicht sein.

Die Dialoge im Spiel sind meistens Zwei- oder Dreizeiler und wir können mit unserem Charakter, mit Ausnahme einer Szene, keinen richtigen Einfluss auf die Story nehmen, das ist sehr schade. Man hätte aus der doch sehr unterhaltsamen Geschichte durch wenige, eigene Entscheidungen deutlich mehr rauskitzeln können.

Die Technik

Wer die Serie kennt, kennt das Spiel. Das könnte man praktisch genau so ableiten, denn das Spiel orientiert sich optisch exakt an das Serienvorbild. Die Comicgrafik spielt sich einfach nur hervorragend und stimmig und auch die musikalische Untermalung ist sehr gut gelungen. Man hat das Gefühl, als würde man eine sehr lange, interaktive Fernsehfolge selber spielen. Bis auf ein paar kleine Pixelfehler, die durch ein Wechseln vom Vollbild- in den Fenstermodus, hatte ich während gesamten Spielverlauf keine Probleme.

Fazit

South Park – Stab der Wahrheit hat mir als Serienfan irrsinnig viel Spaß bereitet, weil der Humor aus der Serie glaubhaft integriert wurde. Vor allem Cartmann brilliert in vielen Szenen und man kommt selber aus dem Lachen nicht mehr raus. Das Spiel ist bis dato eines der besten South Park Umsetzungen. Es ist mit Sicherheit nicht das beste RPG auf dem Markt, denn dafür bietet es einfach zu wenig, aber wer sich in den Charme von South Park verliebt hat und die Serie gerne schaut, bekommt hier ein wahres Gourmet-Menü mit dem Spiel. Alle Fans der Serie können blind zugreifen, alle anderen werden aber ebenso einen heiden Spaß haben!

Erklärung zur Motivationskurve: Am Anfang des Spiels ist die Motivation sehr hoch, da einem alles aus der Serie vertraut vorkommt und man sich direkt wohlfühlt und anfängt alles zu erkunden. In der Mitte des Spiels gibt es ein kleines Tal, da die Kämpfe doch recht einfach sind und die Quests keine richtige Abwechslung bieten. Im letzten Drittel nimmt das Spiel wieder bisschen Fahrt auf, da der Witz sehr stark konzentriert ist und man sich voll in das Spiel vertiefen kann. Zum Ende hin überwiegen erneut die kleinen Abzüge, die bereits genannt wurden. Letztlich bleibt die Motivation aber im Schnitt mit ca. 84 % auf einem recht hohen Niveau.

PRO & CONTRA

  • stimmige Optik
  • hervorragender South Park Witz
  • originale Charaktere und Orte
  • vier individuelle Klassen
  • Charakteranpassung vielfältig
  • gute Steuerung mit Maus und Tastatur
  • Kämpfe zu leicht
  • keine Entscheidungsfreiheit in der Story
  • sehr einfache Quests
  • Begleiter nicht ausrüstbar

Review Overview

Bewertung - 79%

79%

South Park - Stab der Wahrheit hat mir als Serienfan irrsinnig viel Spaß bereitet, weil der Humor aus der Serie glaubhaft integriert wurde. Vor allem Cartmann brilliert in vielen Szenen und man kommt selber aus dem Lachen nicht mehr raus. Das Spiel ist bis dato eines der besten South Park Umsetzungen.

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