San Andreas – Kritik: Film ohne Sterne





Vielleicht hätte man dem Drehbuchautor vor der Produktion etwas LSD geben sollen damit „San Andreas“ spannender wird oder hätte man ihm das LSD eher wegnehmen sollen, damit der Film nicht nur von Logiklöchern gespickt ist? Wie dem auch sei, hätte man Jurassic World und San Andreas in einem Film ohne großartige Gefühlsduselei gepackt, das wäre was geworden oder? Die Welt bebt und aus den Erdspalten kommen Dinosaurier der Urzeit, fressen die Menschen auf. Es entsteht ein Krieg zwischen beiden Rassen und am Ende gelingt es den Menschen die Raubtiere zu zähmen und für den Wiederaufbau einzusetzen. Wenn wir uns beide imdb.com Wertungen der Filme anschauen, sehen wir einmal eine 7,6 für „Jurassic World“ (halte ich für total überzogen) und aktuell eine 6,6 für „San Andreas“ (was ich auch für extremst überzogen halte), aber warum das so ist, lesen wir im Folgenden.

Roland Emmerich gilt in den letzten Jahren als der König der Zerstörung auf der weltweiten Skala mit Filmen wie „The Day After Tomorrow“, „2012“ und „Independence Day“ (jetzt – bizarr und meiner Ansicht unklug – auf der Roadmap mit zwei Fortsetzungen) . Dieses Mal aber mit „San Andreas“ ist es Brad Peyton, der das Ruder in einer Massenzerstörungsorgie an der US-Westküste übernimmt. Dwayne („The Rock“) spielt Ray Johnson, einen Feuerwehr -und Rettungshubschrauberpiloten, dessen Können und Coolness durch eine gewagte Rettungsszene veranschaulicht wird. Trotz der Freude über die Rettung von dummen Menschen aus lebensgefährlichen Situationen, ist Rays Leben nicht auf Rosen gebettet. Auf Grund einer historischen Tragödie trennt er sich von seiner Frau (Carla Gugino) und als sei das nicht genug, streut ein neuer Mann neben ihr – in Gestalt des Architekten Daniel Riddick (Ioan Gruffudd) – zusätzlich Salz in die Wunde und hat die Kühnheit in seine väterliche Rolle für seine Tochter Blake (Alexandra Daddario) einzuspringen.

Der ausgezeichnete Paul Giamatti spielt einen Seismologen, der mit einem erstaunlichen – manche würden sagen unglaublichen – Timing das heilige Gral zum Erfassen von Erdbeben entdeckt. Genau in dem Augenblick, in dem das schwerste Erdbeben einen riesen Felsen in Nevada erfasst! Aber das ist nur der Anfang der Probleme: der San-Andreas-Graben droht auseinander zu spalten und damit die gesamte Westküste – namentlich San Francisco in die Katastrophe zu führen. Die Szene ist perfekt für Ray eingestellt, um eine verzweifelte Mission, die Rettung seiner Familie, zu starten.

Es ist ein schwerwiegender Fehler in diesem Film, wie auch mein Titel es wiederspiegelt. Leider ist das nicht der einzige erkennbare Fehler.

Anfang der siebziger Jahre war das goldene Zeitalter für das Katastrophenfilm-Genre, geführt vom Produzent Irwin Allen mit dem Klassiker „The Poseidon Adventure“ in 1972 und zwei Jahre später mit „Flammendes Inferno“. Ich habe diese Filme als Teenager gesehen und finde heute noch absolute Sympathie dafür. Gut, es sind seitdem schon ein paar Tage vergangen, aber erwähnen muss man sie trotz allem. Früher arbeiteten die Regisseure noch so gut an der Umsetzung eine völlig verzweifelte Gruppe von Menschen zusammenzustellen, jeder Charakter mit einer eigenen Hintergrundgeschichte, seinen Geheimnissen, Sünden und beobachtete das Drama geschmückt mit einer Katastrophe in Form von Feuer, Erdbeben, Meteor, Killerbienen, Dinosauriern und sonstigen Monstern (unzutreffendes streichen!). Was „San Andreas“ sichtbar fehlt ist dieses Gefühl von „werden sie sterben oder nicht?“, da es einfach zu wenige Hauptfiguren gibt. Zugegeben, die junge Blake mit ihrer wahren hotness, durch eine frühe Poolszene dargestellt, nimmt zusammen mit ihrem potentiellen Freund und dem jüngeren Bruder in San Francisco die mögliche Rolle des Todesopfers ein. Wir wissen aber, dass der Lichtbogen der Geschichte und die Aussicht auf ein 0815 „Hollywood-Ende“ den Film dazu verpflichtet haben das Blutbad entfallen zu lassen.  Da bringt effektiv ein Tsunami tatsächlich kurz so etwas wie Spannung rein – einen Versuch war es immerhin wert. Das andere große Problem, das ich hatte war das 3D. Ich bin kein großer Fan davon, muss jedoch zugeben, dass die in den ersten Szenen des Films verwendeten Aufnahmen ziemlich gut zur Spannung beigetragen haben. Allerdings hat mich das Gefühl nie losgelassen, dass die Aktionen – ironischerweise – weniger real als in 2D wirken. Für mich sehen Szenen (relativ am Anfang des Films, ohne Spoiler) mit viel, viel Wasser einfach irgendwie falsch aus. Es wäre wirklich interessant den Film in 2D zu sehen, um zu erkennen ob die CGI schlecht sind oder die Umsetzung der CGI in 3D.

Alles in allem hat sich die Erde für mich mit diesem Film nicht wirklich bewegt, da war Jurassic World dagegen ja richtig spannend und mitreißend.

Review Overview

Bewertung

Wer auf Filme mit Logiklöchern, einer weichgespülten Story oder unterdurchschnittliche Schauspielleistung steht, findet große Unterhaltung bei San Andreas. Das beste an dem Film war, erschreckenderweise, tatsächlich die süße Blake...

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