[Review] PowerColor Red Devil RX480: Lang, länger, Red Devil.

Vorwort

Ich möchte mich zu Beginn dieses Beitrags ganz herzlich bei PowerColor bedanken, die mir das Test-Exemplar zur Verfügung gestellt haben. Die Kommunikation lief völlig reibungslos und die Grafikkarte wurde innerhalb weniger Tage verschickt und kam heil bei mir an. Ich habe mich bei diesem kurzen Erfahrungsbericht an meinen Artikel über die Sapphire Nitro+ angelehnt und aus diesem Grund können Formatierungen ähnlich bzw. gleich ausfallen.

Hier noch einmal das Testsystem zur Veranschaulichung:
CPU: i5 2500K
Mainboard: ASRock Pro3 Z68
RAM: TeamGroup Elite 8GB DDR3
GPU: PowerColor Red Devil RX480
Netzteil: FSP Fortron / Source Aurum Gold 500W

Die Red Devil wird aktuell in den gängigen Online-Shops für ca. 250-260€ gehandelt und liegt somit preislich eher in der günstigeren Region der 480er Karten (Angebote und Deals ausgenommen).

Lieferumfang

Direkt nach dem Auspacken der OVP sticht einem ganz markant eins ins Auge: Die Red Devil mit ihrer schier unbändigen Größe und der drei Lüfter (siehe unten). Sonst ist nicht viel in der Packung drin außer ein paar Anleitungen und die Treiber-CD.

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PowerColor Red Devil RX480 Lieferumfang

Optik

Die Red Devil fällt im Gehäuse mit Sicherheit auf, misst sie doch sagenhafte 310mm von Kopf bis Fuß. Die Karte an sich verfügt über keine fancy LED-Beleuchtung und fällt sonst nur noch mit dem Lüfterkonzept mit drei Lüftern auf. Die Lüfter haben einen Durchmesser von 80mm und können mittels Schrauben demontiert werden, um die Reinigung der Lamellen darunter zu erleichtern.

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Langes PCB inklusive 3x80mm Lüfter

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Red Devil Lüfter im Detail

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Vergleich Red Devil mit MSI GamingX

Die Rückseite des PCBs ist komplett mit einer Backplate versehen. Die ist fast komplett geschlossen, besitzt allerdings runde angeordnete runde Öffnungen. Diese sind um ein aufgedrucktes Pentagramm angeordnet – damit wären wir auch wieder beim Devil-Thema. Weitere Erkenntnisse lassen sich hier nicht gewinnen.

Anschlüsse

Als Anschlüsse haben wir 3x DP, 1x HDMI und 1x DVI auf der Vorderseite der Karte.

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Anschlüsse der PowerColor Red Devil

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Der 8-Pin Stromanschluss sitzt im hinteren Drittel der Karte

Leistung & OC & Temperaturen

Als Leistungsvergleich habe ich meine alte R9 280X angezogen und beide durch den Fire Strike in 3D Mark gejagt. Die 280X erreichte mit dem Basistakt ca. 7500 Punkte beim GPU-Score. Den selben Test habe ich anschließend mit der Red Devil durchzogen und folgendes Ergebnis erreicht:
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Natürlich wollte ich wissen, inwieweit sich die Red Devil weiter takten lässt und habe aus diesem Grund den Lüfter auf 100% gejagt und das Power Limit hochgesetzt.

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OC-Einstellungen WattMan

Die Red Devil kommt von Haus aus mit einem GPU-Base-Clock von 1.120 MHz und einem Boost-Takt von 1.330 MHz. Nach Anpassungen und Feinjustierungen hat sie sich beim OC kooperativ verhalten, sodass wir uns auf einen OC-Takt von 1.410 MHz und einen Memory-Takt von 2150 MHz einigen konnten. Unter diesen Umständen habe ich den Benchmark erneut laufen lassen und erreichte folgendes Ergebnis:

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Overclocking

Zum OC muss ich sagen, dass die Red Devil ihren Boost-Takt nicht immer 100% halten kann, da sie unter Last teils kleine Absacker hatte. Zu 90% liegen jedoch die gewünschten 1410 MHz als Boost und feuern die Karte ordentlich an. Unter OC-Last erreichen wir in Spielen ca. 75-81°C bei angepasster Lüfterkurve auf 2350 rpm (dazu gleich mehr).
Anmerkung: Im Wattman gibt es unterschiedliche States für den GPU Clock, insgesamt sind das 7 States. Interessant für die Zocker unter uns ist im Prinzip nur der letzte State (also der Boost-Takt). Beim OC habe ich mich lediglich auf diesen State konzentriert. Hier lässt die Karte leider nicht mehr zu als: 1410 MHz Takt bei 1150 mV und 4300 MHz Speicher ist Schluss. Das entspricht einer Mehrleistung von ca. 6% gegenüber dem Basis-Boost-takt. In diesen Bereichen zieht die Red Devil aber auch etwas über 130W aus dem Netzteil. Das zeigt mir, dass die Karte schon relativ am Leistungslimit läuft.

Lautstärke

Hier hatte ich die größte Skepsis bei der Red Devil als ich die vielen Tests auf den Hardware-Seiten gelesen habe. Viele Magazine haben geschrieben, dass sie auf Grund der kleinen Lüfter und der Anzahl der Lüfter unter Last sehr laut ausfallen soll, aber das wollte ich in meinem eigenen Rechner beurteilen. Ich habe die Karte, wie bereits geschrieben, durch den 3D Mark „Fire Strike“ Parcour gejagt, um die Lautstärke subjektiv zu beurteilen. Es ist in der Tat so, dass man die Lüfter ab einer Drehzahl von ca. 2350 rpm mehr wahrnimmt als sonst. Zum Glück bietet AMD das hervorragende Tool „Wattman“ in seinem Treiber an und ein Blick hat mir verraten, dass die Lüfterkurve auf „2800 rpm“ als Target steht. Hier habe ich selbst Hand angelegt und die Lüfterdrehzahl bei 2350 rpm begrenzt, was der Lautstärke sehr zu Gute kommt. Man kann jetzt der Auffassung sein, dass man für eine leise Karte selbst Hand anlegen und Regler verstellen muss, aber wenn es schon die Möglichkeit vom Hersteller aus gibt, nutze ich sie natürlich. Im Vergleich zur Nitro+ ist sie nicht viel leiser unter Last, beide Karten verursachen ein ähnlich auffallendes Summen mit hoher Frequenz aus dem Gehäuse.
Spulenfipen: Meine Karte leidet auf jeden Fall nicht unter dem klassischen Spulenfiepen. Egal in welchem Lastbereich, die Red Devil fiept nicht!

Kurzes Video, da es evtl. so besser abschätzbar ist: Hörposition und teilweise direkt vor dem Gehäuse:

Fazit

Groß und auffällig ist die Red Devil, leider auch etwas laut unter Last, wobei hier der Nutzer mit einer eigenen Lüftereinstellung viel bewirken kann. Trotzdem muss man die Lüfter auf ca. 2350 rpm kastrieren, was einem heftigen Eingriff gegenüber den 3800 rpm maximaler Drehzahl entspricht, möchte man eine möglichst akzeptable Geräuschkulisse neben sich. Ansonsten bin ich vom OC-Verhalten doch sehr überrascht, da die Karte einiges zulässt, bevor sie mit Pixelfehlern aussteigt. Gegenüber der Nitro+ hat sie die 1400-er Marke beim Takt geknacht und lief auch bei moderaten Temperaturen stabil. Für den aktuellen Preis von ca. 260€ ist die Red Devil eine gute, aber nicht sehr gute RX480 Karte. Vor allem nach der Preisanpassung der MSI GamingX ist der Konkurrenzkampf so eng wie nie (der Test zur MSI GamingX folgt demnächst!). Außerdem müssen die Kaufinteressenten beachten, dass die Karte mit 310mm Länge nicht zu den kürzeren Vertretern gehört. Ansonsten macht die Karte vieles richtig und mit angepasster Lüfterkurve kann sie die aktuellen Games ordentlich befeuern.

Siehe auch

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