[Review] Cooler Master MasterAir Pro 3 & Pro 4 – Erster Test in Deutschland

Vorwort
An dieser Stelle möchte ich mich ganz ganz herzlich beim Cooler Master Team (speziell der Facebook-Truppe!) für das erneut entgegengebrachte Vertrauen zu diesem Doppeltest bedanken. Dies ist der erste Test für die beiden CPU-Kühler in Deutschland. Ich habe die Kühler sehr schnell und ohne Bürokratie zum Testen bekommen, da können sich andere wirklich eine Scheibe von abschneiden. Für den Test selber habe ich mir inkl. Umbauten ca. 5 Stunden Zeit genommen (exklusive Bilder machen).

Testsystem

Als Testsystem kommt ein 1155 Unterbau mit einer sehr beliebten Sandy-Bridge CPU zum Einsatz, hier die Details:

· Intel® Core™ i5-2500K CPU @ 4,4 GHz, 1,34V overclocked
· 8 GB DDR3 RAM TeamGroup Elite
· AMD RX480 PowerColor Red Devil 8GB
· Cooler Master Masterbox 5 mit 2x 120 Frontlüfter @ 800 rpm + 1x 120 Hecklüfter oben @ 800 rpm
· FSP Fortron/Source Aurum Gold 500W ATX 2.3

CPU Kühler im Vergleich

· Cooler Master Masterair Pro 3
· Cooler Master Masterair Pro 4
· Scythe Mugen 2 Rev. B (SCMG-2100)

Tools
Eigenes Gehör, Prime95, HWINFO, CoreTemp. Spiel: Rainbow Six Siege (1-2 Runden im Multiplayer).

Referenz: Scythe Mugen 2 Rev. B (SCMG-2100)

Der Scythe Mugen 2 Rev. B verfügt über einen 120mm mit dem Namen „Scythe Slip Stream 120 PWM“ und reguliert per PWM den Lüfter zwischen 200-1300 U/Min. Wenn der Lüfter auf 100% eingestellt ist, nimmt man es als durchschnittliches Luftrauschen wahr – tendentiell eher in Richtung „störend“ auf Dauer. Ansonsten kein schleifendes oder mechanisches Geräusch zu hören. Hört sich an wie ein Winddurchzug, wenn das Fenster in der Wohnung leicht geöffnet ist. Bei 50% Einstellung im Bios nimmt man nur noch ein sehr leises Windrauschen wahr. Die Prime95 Temperaturen bleiben nach 10 Minuten konstant bei der 80°C Marke. Die Lüftergeschwindigkeit hat während dem Prime-Stresstest tendentiell etwas zugenommen, was sich leicht bemerkbar in der Geräuschkulisse geäußert hat.

Cooler Master Masterair Pro 3 & Pro 4

In seiner MasterAir Serie hat Cooler Master den Masterair Maker 8 um zwei brandneue CPU Kühler erweitert, die auf den Namen Masterair Pro 3 und Masterair Pro 4 hören. Ich vermute, dass die Zahl hinter dem Modellnamen daher rührt, wie viele Heat-Pipes am Gerät verlaufen. Ist aber eine reine Vermutung und kein offizielles Statement von Cooler Master. Beide CPU-Kühler sind eher im Bereich „Einsteiger bis Mainstream“ einzuordnen. Der Preis für den Pro 3 beträgt ca. 38€ und für den Pro 4 ca. 48€.
Wenn man den Masterair Pro 3 & Pro 4 auspackt, bekommt man folgende Komponenten zu sehen:

Die eigentlichen CPU-Kühler, das Montagematerial und jeweils ein kleines Handbuch für die Installation. Der Pro 3 wird mit dem Cooler Master MasterFan 92 AB und der Pro 4 mit dem Cooler Master MasterFan 120 AB Lüfter ausgeliefert.

Dabei können die Kühler auf einer breiten Bandbreite von unterschiedlichen Sockeln bei Intel und AMD montiert werden. Schön finde ich die Möglichkeit, die Kühler mit der bereitgestellten Push-Pin Methode an das Mainboard zu befestigen. Das bietet meiner Meinung nach genügend Stabilität für die beiden Leichtgewichte (Pro 3 = 500 g; Pro 4 = 602 g). Natürlich ist auch zusätzliches Material für eine Backplate Montage vorhanden, wenn das Mainboard eine derartige Konfiguration erfordert. Sehr gut gelöst ist die Montage der Lüfter an den Kühlkörper, denn hier werden zwei Nasen einfach an den Heat-Sink Körper geclipst und fertig.

Ein nettes Feature, welches ich mehr durch Zufall entdeckt habe, sind die Einstellungsmöglichkeiten jeweils auf den Rückseiten der Lüfter: Beim Pro 3 hat man mittels eines kleinen Schalters die Möglichkeit, den Lüfter im „Q-“ bzw. „S-Modus“ laufen zu lassen. Hinter den Buchstaben verbergen sich die Wörter „Quiet“ und „Silent“. Der Pro 4 hat einen zusätzlichen Modus mit „P“, was den „Performance“ Modus darstellt. Mit den Schaltern lässt sich der Drehzahlbereich einstellen, am Beispiel des Pro 4 hätten wir dann bei der Einstellung „P“ bei 100% eine Drehzahl von ca. 2500 U/min (weitere Details siehe auch CM MasterFan Pro 120 AB). Der Zusammenbau hat sich als „sehr einfach“ gestaltet und beide Kühler konnten innerhalb von 10 Minuten auf das Mainboard montiert werden.

Der Masterair Pro 3 fällt im direkten Vergleich mit den beiden CPU-Kühlern mit seiner Größe auf. Er ist im Vergleich der kleinste CPU-Kühler mit LxBxH 78 x 117 x 140 mm und verfügt über einen 92mm Lüfter, der bei 100% mit ca. 3000 U/min dreht. Bei dieser Einstellung nimmt man vor dem Rechner ein hochfrequentes Summen wahr, das sich auf Dauer störend auswirkt. Bei niedrigeren Einstellungen im Bios tendiert das Geräusch weiter in niederfrequente Bereiche, das Summen bleibt jedoch bei jeder Einstellung bestehen.
Vergleicht man z.B. den Luftdurchsatz des Scythe mit den beiden vorangegangenen Kühlern, dann muss man den Masterair Pro 4 hier als Konkurrenten betrachten. Die große Temperaturdifferenz des Masterair Pro 3 beim Stresstest von Prime ist mit großer Sicherheit darauf zurückzuführen, dass der Scythe Mugen 2 Rev. B im Vergleich das 2,6-fache mehr an Luft durchsetzt und somit die Temperaturen stabil auf ca. 80°C halten kann. Interessant ist auch die Tatsache, dass der Lüfter während dem Test etwas höher als die angegeben 3000 U/min, nämlich mit ca. 3100 U/min gedreht hat. Dies ist wahrscheinlich der Einstellung „CPU Target Temperature = 50°C“ geschuldet, wobei die maximale Drehzahl des Lüfters herausgekitzelt wird. Diese Eigenschaft habe ich durch das Zuhören als erstes registriert und danach die Sensoren über HWINFO angeschaut. Abschließend kann man zur Akustik des Masterair Pro 3 sagen, dass das Summen sich bei niedrigen Drehzahl mit tiefen Frequenzen bemerkbar macht und die Frequenz des Summens praktisch linear mit der Drehzahl zunimmt.

Nach dem Pro 3 habe ich mich dem großen Bruder, dem Pro 4 gewidmet und ein sehr überraschendes Ergebnis erhalten, was ich euch nicht vorenthalten möchte. Der Pro 4 ist mit einem zusätzlichen Heat-Pipe ausgestattet, schiebt die Luft mit einem 120mm Lüfter durch die Rippen und misst in Dimensionen LxBxH 84 x 129 x 158,5 mm. Somit hat er fast die größe des Scythe bis auf die Tiefe, denn hier fehlen ihm noch 16 mm (Mugen 2 Rev. B = LxBxH 100 x 130 x 158), was sich auch im Gewicht von gerade mal 602 g äußert. Bei der Lüftergeschwindigkeit von 100% hört man ein auffälliges Surren (richtig, Surren!) aus dem Gehäuse. Hier dreht der Lüfter mit ca. 2300 U/min und hält dabei eine Idle Temperatur von 29°C konstant. Diese Einstellung werden wahrscheinlich nur die Benchmarker im Dauerbetrieb fahren, denn geht man auf 50% Lüftergeschwindigkeit auf ca. 1350 U/Min runter, verstummt der Pro 4 in Stille und erreicht eine Idle Temperatur von ca. 33°C. Das sind bei ähnlicher Drehzahl des Scythe Mugen 2 Rev. B ca. 4-5°C weniger im Idle Betrieb (100/50%) – das ist schon ein bemerkenswerter Unterschied. Die Geräuschkulisse bei 50% ist als sehr angenehm bis nicht hörbar zu betiteln, wenn weitere Gehäuselüfter ihre Arbeit verrichten. Zu Testzwecken habe ich alle drei Gehäuselüfter entfernt, die Lüfter der Grafikkarte waren ebenfalls abgeschaltet und den Pro 4 einem Silent-Test unterzogen. Bei einer Drehzahl von ca. 1000-1150 U/min hört man einen nicht nennenswerten Luftzug, da braucht man schon ein verdammt gutes Gehör, um da störende Geräusche wahrzunehmen. Als Randinfo nachgeliefert: In diesem Betrieb steigen die Temperaturen selbstverständlich und betragen 39°C im Idle und 81°C im Prime-Stresstest.

Testergebnisse


Für den Test habe ich zuerst die Raumtemperatur gemessen und 22°C ermittelt. Jeder Kühler hat die gleiche Wärmeleitpaste bei jeder Montage neu spendiert bekommen. Die Einstellungen im Bios wurden dahingehend verändert, dass die Lüftergeschwindigkeit angepasst wurde. In dem Temperaturdiagramm oben sieht man ein übliches Benutzerprofil, angefangen mit den Idle-Temperaturen bei 50/100% Lüftergeschwindigkeit, gefolgt von einem 10-minütigen Stresstest in Prime und einer 25 Minuten Runde in Rainbow Six: Siege. Aus dem Diagramm kann man sehr schön erkennen, dass sich der Pro 3 bei geringer Belastung am wohlsten fühlt. Sobald sich die Last der CPU erhöht, reagiert der Pro 3 mit hohen Lüfterdrehzahlen und schafft zumindest in Prime nicht, die Temperatur auf einem akzeptablen Niveau zu halten. Dagegen ist er mit knapp 62°C in Rainbow Six: Siege bei moderater Geräuschkulisse nahe an den beiden Kandidaten.
Der Pro 4 kann in fast allen Belangen die Punkte einfahren und ist ein gelungener Allrounder. Die Temperaturen im Idle-Betrieb sind unter dem Niveau des Mugen 2 und auch mit Stress scheint der Pro 4 besser zurechtzukommen. Die Temperaturen in Prime und im Spiel liegen ca. 4-5°C unter dem Mugen, wobei ich im gleichen Zug erwähnen muss, dass der Pro 4 mit 2300 U/min dreht. Der Mugen 2 schafft als max. Drehzahl lediglich 1300 U/min. Senkt man den Pro 4 jedoch auf das Drehzahlniveau des Mugen 2 ab, erzielen beide Kühler ähnliche Temperaturen. Der größte Unterschied ist jedoch, dass der Pro 4 bei gleicher Drehzahl markant leiser arbeitet als der Mugen 2!

Geräusch Legende
1 = unhörbar
2 = kaum wahrnehmbar
3 = leiser Luftzug
4 = durchschn. hörbar
5 = hörbar
6 = auffällig laute Akustik

Kommen wir im zweiten Abschnitt zur Geräuschentwicklung der einzelnen Kühler. Hier habe ich mich entschieden, eine Skala von 1-6 festzulegen (siehe Geräusch Legende). Der Pro 3 erzeugt in allen Drehzahlbereichen ein eher summendes Geräusch, welches mit höherer Drehzahl mit einem hochfrequenten, unangenehmen Summen wahrgenommen wird. Bei 50% ist dieses Summen eher bei einer mittleren Frequenz angesiedelt.
Anders verhält sich der Pro 4, was die Akustik angeht. Solange man ihn unter 80% betreibt, liefert er außerordentlich gute Ergebnisse. Den 100% Bereich sollte man möglichst meiden, wenn man vorhat den Rechner 24/7 neben sich laufen zu lassen, denn hier ist ein deutliches Surren des Lüfters zu hören. Bei ca. 50% Drehzahl ist der Lüfter des Pro 4 dann nur noch in einem sehr silent ausgelegten System zu hören. In meiner Testumgebung haben die Gehäuselüfter das Lüftergeräusch des Pro 4 überdeckt und ich konnte ihn nicht mehr hören.

Fazit Pro 3
Am Ende stellt sich natürlich immer die Frage, für welche Zielgruppe diese beiden CPU-Kühler konzipiert worden sind. Für mich persönlich gibt es dazu eine klare Antwort: Der Pro 3 performt in Situationen, in denen er wenig bis kaum gefordert wird am besten. Großen Stress, denen er mit hoher Drehzahl begegnen muss, empfindet er und der Benutzer als eher unangenehm, was die Akustik anbelangt. Mit seinem 92mm-Lüfter und einer Höhe von gerade mal 140 mm passt er zudem in die meisten Gehäuse dieser Welt.

Fazit Pro 4
Größer ist besser! Diese These kann man nach der Erfahrung ruhig für die CPU-Kühler aufstellen und das trifft es auch beim Pro 4 von Cooler Master sehr gut. Er ist in meinen Augen ein klassischer Allrounder, der sich in jeder Situation relativ wohl fühlt. Im Alltagsbetrieb ist er unauffällig und beschert der CPU angenehm kühle Luft auf dem Kopf. Im Lastbetrieb darf man ihn nur außer Konkurrenz mit dem Pro 3 vergleichen, hier ist der Mugen 2 Rev. B der geeignetere Kandidat. Der Pro 4 liefert bei 100% Drehzahl natürlich bessere Zahlen als der Mugen 2, weil der Lüfter mit maximal 2300 U/min (vgl. Mugen 2 = 1300 U/Min) drehen kann. Wichtig ist aber die Tatsache, dass der Pro 4 bei gleicher Drehzahl des Mugen 2 (1300 U/Min) die wesentlich ruhigere Geräuschkulisse bei ähnlichen Temperaturen abliefert. Der Pro 4 kann gut als Systemlüfter z.B. in einem Gaming-Multimedia-System eingesetzt werden, da er je nach eigenen Wünschen viele Szenarien mit seiner Leistung abdecken kann.

Siehe auch

Cooler Master Masterbox 5 im Test

Vorwort An erster Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Cooler Master in Berlin bedanken, …

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