Outlast: Whistleblower – Review




„Die Spieler wollen, dass wir immer wieder versuchen, sie zu erschrecken! Wir sind mehr als glücklich uns dazu zu verpflichten. Und wir werden die Scheiße aus ihnen heraus zu erschrecken.“ 

-Philippe Morin, enthüllte den DLC.

Outlast: Whistleblower ist ein Survival-Horror-DLC vom gleichnamigen Titel Outlast, entwickelt von Red Barrels Games. Es ist das Prequel zu Outlast und offenbart die Gründe für den Ausbruch im Mount Massive Asyl. Außerdem zeigt das DLC das wahre Ende des Asyls nach dem angedeuteten Tod von Miles Upshur. Das Spiel wurde am 6. Mai 2014 für den PC veröffentlicht.

Gameplay

Vorab: Ich habe das Spiel auf dem Schwierigkeitsgrad „Alptraum“ gespielt.

Ähnlich wie im Vorgänger ist der Kampf nicht möglich und der Spieler muss entweder laufen oder sich vor Feinden verstecken, um am Leben zu bleiben. Die Spieler können an verschiedenen Stellen wie z.B. in Schließfächern, Betten oder Ecken verstecken, um sich vor ihren Peinigern zu schützen. Oder man harrt einfach irgendwo im Dunkeln aus und riskiert es mit kaltem Schweiß auf der Stirn doch nicht entdeckt zu werden. Diverse gescriptete Events erfordern zudem eine Handlung direkt vom Spieler.

Der einzige Gegenstand bleibt weiterhin der beliebte Camcorder. Mit diesem können wir das Geschehene aufzeichnen und mit Hilfe einer Nachtsichtfunktion haben wir mehr oder weniger Klarheit im Dunkeln. Die Batterien können wieder an verschiedenen Stellen im Spiel gefunden werden, jedoch sind wir auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad auf lediglich zwei Batterien limitiert und sie sind deutlich schwieriger aufzufinden. Auch macht unser Protagonist im DLC weiterhin Notizen und sammelt Dokumente auf, um die Hintergrundgeschichte für einige Charaktere zu schaffen. Abgesehen von der Batteriesuche und das Auffinden von Dokumenten werden bestimmte Aufgaben erfordern, dass der Spieler einen Schlüssel für (noch) unzugängliche Bereiche findet.

Mein Kurzfazit zum DLC

Im Originaltitel spielten wir noch die Hauptfigur Miles Upshur und erhielten von einem „Whistleblower“ einen Hinweis, dass in der Nervenheilanstalt Mount Massive seltsame Dinge vor sich gehen und im DLC wird das Geheimnis um den ominösen Informant aufgelöst: Waylon Park, seines Zeichens Systemadministrator der Firma Murkoff und mit einem guten Gewissen gesegnet. Unser Verrat fliegt auf und kurzerhand werden wir bewusstlos geschlagen und öffnen unsere Augen erst wieder in der Nervenheilanstalt. Ohne eine Sekunde der Verzögerung macht sich wieder dieses beklemmende Outlast-Gefühl in uns angenehm und treibt den Ruhepuls um gefühlte delta 20 Schläge Richtung positiv. Jetzt bloß nicht von seltsamen Schrittgeräuschen und keuchenden Stimmen aus den Zimmern verrückt machen lassen!

Ein Hurra für die Kamera mit Nachtsichtfunktion und die gut versteckten Batterien, denn auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad ist man quasi gezwungen den Camcorder auf Sparflamme zu betreiben, stehen wir doch sonst hilflos im Dunkeln ohne Orientierung und mit einem Angstfaktor x10. Dadurch, dass Outlast: Whistleblower nur zwei Batterien zulässt, läuft der Camcorder nicht ständig im Nachtsichtmodus, was sonst erheblich die bedrückende Atmosphäre mindert und den Sinn hinter einem Survival-Horror negiert.

Im Laufe des Spiels merkt man, dass die Gore-Szenen weit ins Extreme rücken – für meinen persönlichen Geschmack schon sogar ein bisschen zu viel des Guten, obwohl ich jemand bin, der mit den krankesten Horrorfilmen wie z.B. Martyrs, High Tension, Eden Lake oder Inside in Berührung gekommen bin. Im DLC werden wir deutlich weniger mit Schockermomenten konfrontiert, sehen aber unter anderem wie ein Insasse mit uns zugekehrtem Rücken auf einzelne Leichenteile masturbiert oder ein Irrer dem Opfer mit einer mobilen Kreissäge die Extremitäten abschneidet, um nachher die Organe zu verschlingen. Ich habe mir bei einigen Passagen einfach überlegt, wie krank jemand sein muss, um auf solche äußerst üblen Ideen zu kommen, aber wir sind hier schließlich nicht bei „Dress Up Hello Kitty“.

Die Spielmechanik ist uns bereits vom Originaltitel bekannt und so lassen sich fast alle „Rätsel“ relativ einfach lösen. Es gibt aber trotz allem noch einige wenige Trial & Error Momente, bei der wir planlos durch die Anstalt rennen und den rettenden Ausweg suchen. Ich hätte mir an dieser Stelle doch eine etwas deutlichere Abtrennung vom Hauptspiel gewünscht, spielen wir doch eine ganz andere Figur mit anderen Eigenschaften, aber vielleicht ist das ein Fall für das nächste DLC.

Fazit des Fazits

Trotz des hohen Brutalitätlevels ist Outlast: Whistleblower ein gelungener Survival-Horror und eine sehr gute Ergänzung zu Outlast. Die verworrene Geschichte um die Figur Miles wird im Prequel weitestgehend aufgelöst und die Spieler begegnen einigen bekannten Charakteren oder Orten aus dem Hauptspiel. Wieder sind einige fiese Gestalten in der Anstalt unterwegs, die uns das Leben zur Hölle machen und unsere Nerven auf eine harte Zerreißprobe stellen.

 

Motivationskurve

Am Anfang kommt das Outlast-Gefühl und wir sind voller Spannung. Das Gameplay hebt sich jedoch nicht wirklich vom Hauptspiel ab und deswegen leidet die Motivation darunter. In der Mitte wird es jedoch sehr intensiv und spannend, wodurch der DLC Aufwind bekommt. Die etwas zu leichten Rätsel und Trial & Error Momente bescheren gegen Ende hin eine abnehmende Motivation.

Review Overview

Bewertung - 77%

77%

Ich empfehle "Outlast: Whistleblower" nur einer ganz bestimmten Zielgruppe von nicht zu Zartbesaiteten, die sich auf ein spannendes, sowie brutales und stellenweise ziemlich perverses Horror-Spiel einlassen möchten. Für die anderen steht noch die Alternative "Dress Up Hello Kitty" im Raum 🙂

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