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Non Stop – Kritik





Liam Neeson schießt sich als harter Hund vom Dienst und prügelt sich  in den letzten Jahren vermehrt durch das amerikanische Popcorn-Kino. Einige bekannte Streifen, in denen Neeson als bärbeißiger Ire auftauch sind „96 Hours“,  „Unknown Identity“ oder „The Grey“. Beim Publikum scheint er in seiner Rolle als Retter und Helfer sehr gut anzukommen und da ist es natürlich kein Wunder, dass Neeson auch im Kinojahr 2014 wieder in die Rolle des einsamen Helden schlüpfen darf. Diesmal muss der Mime in „Non-Stop“ als Air Marshall Terroristen in schwindelerregender Höhe das Handwerk legen. Leider erlebt der eigentlich solide inszenierte Thriller vom „Orphan – das Waisenkind“-Regisseur Jaume Collet-Serra im letzten Drittel eine katastrophale Bruchlandung, denn die Auflösung des Katz-und-Maus-Spiels ist nicht nur enttäuschend, sondern im höchsten Maße ärgerlich, da sie neuerlichen Terror-Fantasien paranoider Amerikaner reichlich Nährboden bietet. In meiner Kritik möchte ich etwas näher auf diesen Umstand eingehen:

Air Marshal Bill Marks (Liam Neeson) ist kein einfacher Mann und bestimmt kein gutes Vorbild: Er hat seinen Job satt, trinkt während seiner Schicht und raucht auf dem Flugzeugklo, indem er mit Panzertape den Rauchmelder abklebt. Persönliche Probleme ziehen Bill Marks immer weiter runter. Doch als der desillusionierte Air Marshall während eines Flugs von New York nach London plötzlich seltsame Text-Nachrichten auf einem eigentlich geschützten Kanal empfängt, erwachen dessen Lebensgeister erneut. Der unbekannte Autor droht, alle 20 Minuten jemanden an Bord des Flugzeugs zu töten, sollten nicht in dieser Zeit 150 Millionen Dollar auf ein Konto seiner Wahl überwiesen werden. Marks fackelt nicht lange und versucht dem Flugzeug-Terroristen das Handwerk zu legen. Doch die Uhr tickt unbarmherzig weiter.

Regisseur Jaume Collet-Serras ist mit „Non-Stop“ ein Thriller auf engstem Raum gelungen. Denn anders als in anderen Katz-und-Maus-Filmen, konzentriert sich die gesamten Spannung hunderte Meilen über dem Boden in einem Flugzeug. Das Schicksal aller Passagiere liegt in den Händen eines unbekannten Terroristen, der sich unter ihnen versteckt. Dem Regisseur ist es zwar gelungen, während dem Film geschickt falsche Fährten zu legen, wirkt es an manchen Stellen doch zu künstlich aufgetragen. Frisch vermähltes Paar auf Hochzeitsreise, schüchterner Lehrer, der grimmige Glatzkopf oder doch der bärtige Araber mit dem verdächtigen Koffer? Durch diese Figuren charakterisiert Jaume Collet-Serras also im ersten Moment den Terrorismus des neuen Jahrtausends. Der Terror lässt sich aber nicht typisieren, denn es handelt sich um eine unsichtbare Bedrohung und jeder könnte der „Böse“ sein. Es baut sich eine unangenehme Atmosphäre des Misstrauens auf, jeder um einen scheint verdächtig zu sein, welches sich merklich auf das eigene Urteilsvermögen auswirkt. Lange verzichtet der Film auf Action-Einlagen und erst im überladenen Schlussteil darf Neeson dann endlich seine Kampfkünste präsentieren. Besser so – die Kampfszenen gestalten sich im Vergleich zu dem spannenden Versteckspiel lediglich als Lückenfüller mit dem Prädikat „Durchschnitt“.

Wenn „Non-Stop“ doch nur so gut enden könnte, wie er angefangen hat. Nach dem gelungenen Start und einem unangenehm beklemmenden Mittelteil, beginnt der Film leider merklich abzubauen. Während künstliche Spannungsverstärker und Logiklöcher noch problemlos zu ertragen gewesen wären – erfahren die Passagiere beispielsweise per Fernseh-Liveübertragung von der dramatischen Vergangenheit ihres scheinbar psychisch instabilen Air Marshalls. In Flugzeugen gibt es nach meinem Wissenstand keine Live-Übertragung – ist die Auflösung des Katz-und-Maus-Spiels hanebüchener Unsinn, der den Flugzeug-Thriller letztendlich zum Absturz bringt. Denn was die Drehbuchautoren John W. Richardson, Christopher Roach und Ryan Engle hier letztendlich uns als Zuschauer verzapfen möchten, dürfte höchstens für Terror-Angsthasen und engstirnige Sicherheitsfreaks eine willkommene Schlusspointe sein. Wenn der Film ernsthaft in Frage stellt, ob in unserer heutigen Zeit die Sicherheitsbestimmungen in den Flughäfen bzw. Flugzeugen nun WIRKLICH schon ausreichen, um die Menschen zu schützen oder wir nicht doch noch mehr Überwachung und Kontrolle bräuchten, dann kann man als Zuschauer mit nur noch verwundert den Kopf schütteln.

Review Overview

Bewertung

Es ist kaum zu übersehen, dass sich Jaume Collet-Serras Thriller „Non-Stop“ am amerikanischen Markt orientiert. An sich keine schlimme Sache, hier werden jedoch unreflektiert amerikanische Schreckensvisionen bedient. Und so legt der eigentlich spannende Thriller „Non-Stop“ im letzten Drittel doch noch eine desaströse Bruchlandung hin.

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Von simplify

Geboren und aufgewachsen in Ludwigsburg. Diplom im Fahrzeug- und Motorentechnik. Leidenschaftlicher Multimedia-Liebhaber. Gaming, Filme, Serien, Sport, Modellhubschrauber, Musik zählen zu meinen Top-Hobbies! Verrückt und ausgefallen bin ich auch noch :)

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