Musical: König der Löwen vs. Tarzan





Löwen gegen Affen, wer kann den Musical-Thron für sich erobern? Das war die spannende Frage für mich, als meine Freundin und ich in einem Abstand von ca. einer Woche beide Musicals besucht haben. Auch natürlich die Ehrenfrage „Hamburg vs. Stuttgart“. Auf der einen Seite steht für mich ein klarer Gewinner und auf der anderen ein Musical, mit dem ich mit gemischten Gefühlen rausgekommen bin. Die detaillierten Argumente für meine Bewertung möchte ich in diesem Erfahrungsbericht mit Euch teilen.

Hamburg, Sonntag 13:45 Uhr und die Fähre setzt bei Brücke 1 ab und fährt in Richtung Stage Theater. Die Vorfreude ist riesig und ich kann es kaum erwarten, bis der Startschuss um 14:30 Uhr endlich fällt. Noch schnell aufs Töpfchen, ein kleines Radler bitte und ab geht’s in den Saal! Rafiki betritt die Bühne und sofort kommen die Kindheitserinnerungen aus der damaligen Metall-VHS-Box von König der Löwen. Ich gebe zu, ich habe Gänsehaut! Nach dem ersten musikalischen Auftritt jedoch der erste kleine Dämpfer: Entweder höre ich in der ersten Reihe schlecht oder man versteht die Schauspieler einfach fast gar nicht, weil es ein sehr akzentbehaftetes Deutsch ist. Ich versuche es zu ignorieren und konzentriere mich sehr stark auf die Ausdrucksweise der einzelnen Charaktere. Im Laufe des Musicals bestätigt sich jedoch meine Befürchtung, dass sich dieses Manko durch die gesamte Aufführung zieht. Mufasa, Simba, Rafiki, Sarabi, Sarafina und die Hyänen – bei allen habe ich sehr starke Probleme ihre Texte zu verstehen und bei den Hyänen habe ich persönlich fast kein Wort verstanden. Einzig Zazu, Nala und Timon und Pumba waren die Charaktere, denen man auf Anhieb folgen konnte. Nach meiner Einschätzung stammen ca. 90% der Schauspieler aus Afrika und ich gehe davon aus, dass Deutsch nicht die Muttersprache ist und sie auch nicht täglich Deutsch reden. Nichts gegen die aus Afrika stammenden Schauspieler, aber für mich als Zuschauer, der ungefähr 130€ für eine Karte bezahlt ist es schon wichtig, dass ich der Geschichte rund um „König der Löwen“ gezielt folgen kann. Das konnte ich beim Musical in Hamburg leider nicht und meine anfängliche Euphorie ist bei der Rückfahrt mit der Fähre deutlich betrübt untergegangen. Nach meiner subjektiven Einschätzung würde ich jemandem, der nur wegen „König der Löwen“ nach Hamburg geht, davon abraten, da das Verständnisproblem der Darsteller eine sehr ärgerliche Auffälligkeit war. Ansonsten gibt es im Hamburg Abseits des Musicals so viel zu sehen, da wird sich bestimmt genug Trost finden.

Stuttgart, Freitag 18:30 Uhr. Das SI-Zentrum füllt sich so langsam aber sicher. Kurz noch in den Irish Pub und ein Brown Ale genießen, schnell aufs Töpfchen – das übliche Prozedere eben. Kurz vor 19 Uhr dann der Einlass zu Tarzan und schon beim Betreten des Saals merkt man, dass die Kulisse einen aufsaugt. Überall Geräusche wie im Urwald, baumelnde Lianen und vieles mehr, das verrate ich nicht! Ganz im Gegensatz zu „König der Löwen“ verstehe ich hier jedes Wort auf die Silbe genau. Auch hier sitzen wir in der ersten Reihe und beobachten das wilde Spektakel der wild rumlaufenden Affen und Tiere. „Tarzan“ ist im Vergleich zu „König der Löwen“ ein wahnsinnig spannendes und mitreißendes Musical. So bietet „König der Löwen“ nur ein oder zwei Szenen, die einen emotional voll im Griff haben – bei „Tarzan“ fließt jedoch auch die ein oder andere Träne (ja, ich gebe es zu, ich habe kurz Pipi in den Augen gehabt…). Ein paar könnten jetzt munkeln und sagen „Jaa, ihm gefällt halt die Geschichte hinter Tarzan einfach besser, da kann das Musical auch nichts dafür!!!“ – stimmt so nicht. Denn ich muss zugeben, dass ich mir den Trickfilm von „Tarzan“ noch nie in voller Länge angeschaut habe, dagegen habe ich die VHS bzw. die aufgehübschten Versionen von „König der Löwen“ mindestens 20 Mal gesehen. Die Musicaltruppe hinter „Tarzan“ verkauft die Geschichte für den Zuschauer in meinen Augen wesentlich besser. Ein wichtiger Aspekt natürlich die Sprache, auf die man sich nicht zu 100% konzentrieren muss, um sie zu verstehen. So bleibt am Ende halt auch mehr Kapazität das Drumherum genauer zu betrachten und sich von der Atmosphäre einfangen zu lassen.

Am Ende bleibt als Fazit für mich, dass „Tarzan“ beim direkten Musicalvergleich mit „König der Löwen“ ganz klar die Nase vorne hat, was schauspielerische Leistung und Bühnenbild angeht. Die Geschichte und die Musik sind zwei Punkte die einfach zu sehr vom Geschmack jedes individuellen Zuschauers abhängen – hier möchte ich kein Urteil fällen, da das sonst zu Missverständnissen führt.

Siehe auch

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Ich muss an dieser Stelle leider mit den Negativmeldungen vom letzten USA-Urlaub weiter machen, denn …

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