Medion Akoya S2218 – Test

Aldi Süd hatte am Donnerstag (3. September) das Medion S2218 (MD 99590) für knapp 240 Euro im Sortiment. Hier mein Testbericht zum Notebook!

Ich möchte mich bei Aldi-Süd für die Bereitstellung des Notebooks bedanken und möchte außerdem erwähnen, dass dieses Notebook nach der Testphase an eine Flüchtlingsunterkunft in Stuttgart gespendet wird.

medion_akoya_übersicht_features

Gehäuse

Design

Die äußerliche Erscheinung des Akoya Notebooks sieht sehr wertig aus. Die Oberfläche der Klappe hat eine Textur von gebürstetem Aluminium, besteht jedoch aus Plastik. Für den Preis kann man hier auch kein anderes Material erwarten, von daher geht das absolut in Ordnung. Das S2218 ist ein 1,2 Kilogramm schweres Notebook, das bei Abmessungen von 300 x 201 x 20,8 Millimetern ein 11,6 Zoll großes Full-HD-Display mit 1920 x 1080 Pixeln bietet. Medion nennt für das Akoya S2218 MD 99590 eine Akkulaufzeit von bis zu 9 Stunden.

Verarbeitung

Alles in Allem ist das Notebook sehr gut verarbeitet, Spaltmaße sind in Ordnung und die Anschlüsse sind passgenau in das Gehäuse integriert.

Scharniere

Der Kraftaufwand zum Öffnen der Frontklappe ist etwas zu groß, da man mit den Fingern schwer zwischen das Gehäuse kommt, um die Klappe anzuheben. Das Schließen funktioniert unauffällig wie jedes andere Notebook auch. Man muss auch erwähnen, dass sich die Klappe nicht voll aufklappen lässt. Nach einem Winkel von ca. 115° ist der Begrenzer drin.

Wartung

Die Reinigung des Gehäuses klappt mit einem feuchten Tuch sehr gut. Durch die geringe Größe hat man mit ein paar Wischbewegungen alles gereinigt und kann weiterarbeiten.

Anschlüsse

Anschlusstypen

  • 1 x Multikartenleser für microSD-Speicherkarten
    (Speicherkarte nicht im Lieferumfang enthalten)
  • 2 x USB 2.0
  • 1 x HDMI
  • Audio: 1 x Audio Kombo (Mic-in, Line-out)

Qualität

Bei den Anschlüssen habe ich am microSD Karten Slot einiges auszusetzen, denn der funktioniert nur sporadisch. Steckt man die Karte in den Slot, so wird sie kurz erkannt und fliegt dann wieder aus dem Windows Explorer raus (man hört das am Ton in Windows). Erst habe ich einen Defekt vermutet, drückt man aber im eingesteckten Zustand bisschen an der Karte, wird sie wieder erkannt. Die Kontakte der Kartenaufnahme scheinen hier nicht richtig gesetzt zu sein und man muss genau die richtige Position erwischen, dass die Karte auch korrekt in Windows erkannt wird. Für mich auf jeden Fall ein Grund einige Punkte abzuziehen. Man stelle sich vor, dass der Benutzer durch eine Karte den Speicher (die mit 64GB recht klein ausfällt) erweitern möchte und wenn die Karte nicht durchgehend erkannt wird, könnte das im Alltagsgebrauch sehr ärgerlich werden. Die restlichen Anschlüsse funktionieren alle ohne Beanstandung.

Quantität

Für die meisten Anwender werden die Anschlussmöglichkeiten reichen. Es fehlen hier zwar die heute üblichen USB 3.0 Anschlüsse, aber das ist sicherlich kein Beinbruch. Falls die beiden USB-Ports nicht ausreichen sollten, kann man sich auch mit einem USB-Hub Abhilfe schaffen.

Lage und Aufteilung

Auf der linken Seite befinden sich die meisten Anschlüsse, und zwar der HDMI Ausgang, eine USB-Buchse, der Kopfhörer-Mikrofon-Stecker und der Netzstecker.

Leistung & Gaming

Systemstart

Akkulaufzeit

Für die Akkulaufzeit habe ich zwei Szenarien gewählt:

  1. 25% Helligkeit, moderate Nutzung (Browserspiele, Youtube, Amazon Prime Instant Video, usw.)
  2. 100% Helligkeit, Dauernutzung und Youtube HD-Videoschleife

Folgende Akkulaufzeiten habe ich nach den Tests ermitteln können:

Szenario 1: 8,5 Stunden bis zur Abschaltung

Szenario 2: 5,25 Stunden bis zur Abschaltung

Die Werte können sich durchaus sehen lassen. Nach einer Ladezeit von ca. 2-3 Stunden ist der Akku wieder bei 100% Leistung.

WLAN-Verbindungsgeschwindigkeit

Die Tests wurden mittels speedtest.net durchgeführt. Der Test ist zwar ein bisschen ungenau, sollte aber trotz allem einen Richtwert darstellen. Die Entfernung zum Modem war ca. 4 Meter.

wlan_speed

Gaming

Für die Leistungsmessung habe ich 3DMark 11 benutzt und unten seht ihr das Gesamtergebnis. Was erkennen wir? Richtig, es ist auf jeden Fall kein Gaming-Notebook oder sonst was. Für die meisten Browsergames und kleinere 2D-Indietitel reicht der Akoya mit Sicherheit aus, aber versucht Blockbuster wie z.B. The Witcher 3 zu spielen, erlebt eine böse Diashow. Aber dafür hat Medion dieses Notebook auch nicht ausgelegt für den Preis.

3DMark11_Ergebnis

Eingabegeräte

Tastatur

Tastenlayout

Das Layout ist immer eine Sache der Gewöhnung. Falls jemand noch nie auf einer Notebook-Tastatur getippt hat, wird die ersten Wochen eine höhere Fehlerquote haben als jemand, der schon jahrelang damit arbeitet. Ich als reiner PC-Nutzer habe mich innerhalb der ersten 20 Minuten sehr schnell an die Tastenaufteilung gewöhnt und konnte bereits fehlerfrei tippen. Von daher ist das Layout als sehr intuitiv und passend zu bewerten.

Tippgefühl

Das Tippgefühl ist für die Preisklasse in Ordnung, die Tasten an sich wirken natürlich nicht so wertig wie bei Notebooks in höheren Preisregionen. Der Tastenanschlag ist relativ weich und so steht auch längeren Tippsession nicht viel im Wege, was die Ermüdung der Finger betrifft.

Touchpad

Ansprechverhalten

Das Touchpad bietet viel Platz, um mit dem Finger zu navigieren. Die große Fläche bietet drei Druckbereiche an (linke, mittlere und rechte Maustaste) und außerdem ist ein Scrollen mit zwei Fingern (wie bei Notebooks üblich) üblich.

Mausersatztasten

Mausersatztasten gibt es nicht, die Tasten werden alle direkt über das Touchpad angesprochen.

Display

Beim Bildschirm handelt es sich um ein Full-HD Bildschirm mit einer Auflösung von 1920×1080. Vom rein subjektiven Eindruck ist der Bildschirm gestochen scharf, Schrift und bewegte Bilder hinterlassen einen hervorragenden Eindruck. Bei der Ausleuchtung konnte ich keine Lichthöfe oder Sonstiges feststellen. Die maximale Helligkeit ist für die Benutzung daheim völlig ausreichend.

Das einzige und größte Manko am Bildschirm ist, dass es glänzend ist. Bei der Benutzung tagsüber ist mir aufgefallen, dass der Bildschirm sehr stark spiegelt, wenn man vor dem Fenster sitzt. Draußen ist die Bedienung sehr anstrengend und nur mit voll aufgedrehter Helligkeit einigermaßen als “erträglich“ zu betiteln.

Sound

Zu den Lautsprechern kann man relativ wenig sagen, außer, dass eben Ton raus kommt. Nicht gut, aber auch nicht schlecht. Für den alltagsgebrauch reicht es aus, aber wer auf einigermaßen guten Klang setzt, wird zwingend Kopfhörer kaufen müssen. Der Unterschied mit den getesteten Superluxx HD681 und AKG701 ist doch enorm zu den Notebook-Lautsprechern.

Lautstärke

Sowohl im Idle als auch im Lastbetrieb ist vom Notebook absolut nichts zu hören. Wenn man mit dem Ohr an das untere Gehäuse geht, hört man, wie die Festplatte arbeitet, aber im Normalbetrieb (mit dem Kopf vor dem Bildschirm) wird keiner ein Geräusch wahrnehmen. Das ist auch dem fehlenden Lüfter geschuldet, nehme ich an.

Fazit

Für welche Zielgruppe ist dieses Notebook entwickelt worden? Diese Frage hat sich mir nach intensiver Nutzung gestellt und ich habe eine klare Antwort dazu gefunden. Das Medion S2218 ist für Menschen geeignet, die bei ihrem Tablet eine vollwertige Tastatur und die Möglichkeit, eine Maus anzuschließen, vermissen. Außerdem bietet es mit 12“ Displaygröße genug Umfang zum alltäglichen Surfen und schreiben von Texten. Trotz allem kann ich es z.B. studienbegleitend nicht empfehlen, da einfach zu viele andere Qualitäten fehlen. Dazu gehört der glänzende Bildschirm, der das Arbeiten unter ungünstigen Lichtverhältnissen sehr erschwert. Die Bildschirmgröße ist zum Schreiben von Hausarbeiten etwas zu klein, muss man doch ständig nach oben und unten scrollen, um den geschriebenen Text zu verfolgen. Absolut erstklassig ist der Akku hervorzuheben, denn bei moderater Nutzung hält er rund 8-9 Stunden – wie Medion es auch in seiner Produktbeschreibung verspricht. Einen dicken Minuspunkt erhält das Produkt beim microSD-Karten Slot, denn dieser ist schlampig konstruiert und erkennt manchmal die eingesteckte Karte nicht. Das sollte nicht sein.

Abschließend lässt sich sagen, dass man mit dem S2218 für den Preis von ca. 240 Euro ein Tablet mit dem Luxus einer Tastatur und Maus bekommt. Für alle diejenigen, die auf diese Features (HDMI Anschluss, Kartenleser) verzichten können, ist ein Tablet meist die bessere Wahl.

Hier könnt ihr ein ähnliches Modell bei Amazon erwerben:

Bewertung

Gesamtpunktzahl - 5.5

5.5

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4 comments

  1. sehr schöner und ausführlicher Test, vielen Dank dafür

  2. Wollte mir für zu Hause auch das Akoya holen, habe mich aber für das Acer Aspire V13 entschieden. Natürlich eine andere Preiskategorie, aber das Akoya bietet für den Preis echt ziemlich viel!

  3. ich finde es klasse, dass du das Ding nachträglich gespendet hast. Zeugt von viel Menschlichkeit, großes Lob!

    • Hey ixus77,

      danke für deinen Kommentar. Ich persönlich hatte für dieses Gerät selber keinen Verwendungszweck und Geld machen möchte ich mit den Produkttests ebenso wenig – dafür gehe ich jeden Tag arbeiten. Ich wusste über den „Freundeskreis Flüchtlinge Untertürkheim“ (kann man googlen), dass noch ein solches Gerät auf der Wunschliste standen. Jetzt steht das Gerät im Aufenthaltsraum, gesichert mit einem Kensingtonschloss und die Menschen dort können stundenweise chatten, skypen, surfen oder sonstwas. Ich bin glücklich, wenn ich auch nur ein paar Menschen damit helfen konnte 🙂

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