Insidious 3 – Kritik





Mal wieder bewerte ich einen dritten Teil eines Films und wieder habe ich dieses mulmige Gefühl im Magen. Der Fluch der Fortsetzungen nenne ich das ganze gerne, da ich der Meinung bin, dass man Filme, die einen hervorragenden Ruf mit dem ersten Teil erreicht haben lieber in Ruhe lassen sollte. Ich glaube, dass die Regisseure und Investoren mit differenzierten Vorstellungen an so ein Projekt gehen als die Zuschauer. Der Regisseur denkt sich „Super! Überdurchschnittliche Zuschauerquoten, dann machen wir einen zweiten Teil und benutzen den Namen als Verkaufsargument. Ob der Film dann die Qualität des ersten Teils erreicht ist unerheblich.“ Der Zuschauer denkt sich „Guter Regisseur, hat einen tollen Film gedreht. Ich freue mich auf ein neues Projekt, bei der er wieder die Zügel in der Hand hat.“

Hollywood hätte bei „Insidious 3“ lieber auf den Rat der Zuschauer hören und die Serie in Ruhe lassen sollen, denn leider wird der aktuelle Film dem genialen ersten Teil so überhaupt nicht gerecht – warum, erkläre ich in meiner Kritik.

„Insidious 3“ ist ein Prequel und spielt demnach vor dem ersten Teil. Insidious-Filme sind bekannt für ihren hohen Psychohorror-Faktor und auch dafür, dass die Spannungskurve und der Aufbau des Horrorfeelings nicht lange auf sich warten lässt. Auch der dritte Teil macht in jedem Bereich seine Hausaufgaben teils richtig, aber gefühlt immer halbherzig und vorhersehbar. Der Kameraführung muss man den Hut ziehen, denn fast alle Aufnahmen, bei denen der Puls langsam in die Höhe und das Herz in die Hose rutscht, sind stimmig in Szene gesetzt. Bei den eigentlichen Horrorszenen, also den Jumpscares, muss ich dennoch einige Noten abziehen. In Paranormal Activity z.B. wurde man vor den Gruselszenen durch einen tieffrequenten Ton langsam darauf vorbereitet, wusste aber nicht, ob und wann der Moment eintreten wird. Bei „Insidious 3“ werden die Jumpscares ähnlich vorbereitet, nur dass sie dann auch wirklich immer auf den Punkt kommen. Das Problem hier wird dann irgendwann die Vorhersehbarkeit. Ein guter Horrorfilm kann all diese Elemente kombinieren und bleibt stets unberechenbar. Wenn ich einen Fisch serviere, muss ich mir auch die Mühe machen und die Gräten in Futzelarbeit entfernen – so ist das eben, wenn man nicht nur gut, sondern sehr gut sein möchte.

Zur Qualität des zeitlichen Verlaufs kann man sagen, dass der Film einen sehr langen Atem braucht, um Spannung aufzubauen, brilliert mit teils sehr guten Szenen in der Mitte und baut im letzten Drittel wieder etwas ab. Am Ende bleibt ein durchschnittlicher Horrorfilm, der der Insidious-Reihe nicht ganz gerecht wird.

 

Review Overview

Bewertung

Durschnittliche Horror-Unterhaltung, aber keine würdige Insidious-Fortsetung.

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Siehe auch

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