Ich wollte eine Stunde durchhalten…





Diese Review zu beginnen fällt mir wirklich sehr schwer, denn eigentlich möchte ich keine falsche Werbung für das Spiel machen, geschweige denn die kostbaren Minuten in einen Test zu einem Titel zu widmen, der dem nicht würdig ist. Das Spiel befindet sich schon lange in meiner Steam-Bibliothek und irgendwie habe ich mich lange dagegen gewehrt es zu installieren – mit gutem Grund. Warum, das möchte ich in diesem kurzen Test verdeutlichen.

Knapp 7 GB runtergeladen und das Spekatastrophel kann starten. Als erste fällt mir auf, dass obwohl ich die Sprache auf Deutsch eingestellt habe, mir trotz allem Texte in Französisch gezeigt werden. Hmpf, dabei habe ich Französisch doch erfolgreich nach der 10. Klasse damals abgewählt. Naja, egal! So wichtig kann Text in diesem Spiel nicht sein. Zu Beginn eines Spiels können wir eine von vier Klassen auswählen: Der Jäger, die Hexe, der Ingenieur und der Priester. Ich entscheide mich spontan für den Priester. Dunkler Hauttyp mit Sonnenbrille – der muss doch cool sein bitte! Anschließend noch das Level gewählt und schon kann die Monsterjagd beginnen.

Nach einem Ladescreen, der gefühlt zwei Minuten in Anspruch nimmt, sehe ich endlich meinen Charakter. Die Optik an sich echt hübsch, kann man nicht viel dagegen sagen. Im spärlichen und simpelst programmierten HUD sehe ich, dass ich insgesamt vier Angriffe habe, wovon aber zwei vorerst gesperrt sind. Kennt ihr die Spiele, in denen die Jagd auf die ekligen Monster einen Heidenspaß macht? In denen man gerne die Waffe zieht und immer schön auf den Kopf zielt, um die Splattereffekte zu sehen? In denen die richtige Strategie mehr zählt als nur hirnloses Linksklick-Gehämmer? Kennt ihr die richtig guten Spiele wie Left4Dead, in denen Monster nicht durch Wände gehen oder ihre Fähigkeiten ebenfalls durch die Wände glitchen? Diese Spiele, bei denen man als Spieler noch echten impact auf den Verlauf hat?

Ja, diese großartigen Spiele gibt es da draußen schon, nur nicht in Form von „Alone in the Dark: Illumination“. Denn das Spiel, ich kann es kaum fassen, dass ich das schreibe, macht so ziemlich alles falsch, was man in einem Spiel falsch machen kann. Es ist ein bisschen wie ein schöner Felsen auf einem Berg – nett anzuschauen, aber alles in allem nutzlos. Die Monsterjagd macht keinen Spaß, das Spiel ist voller Bugs und das Charakterfeedback ist unter aller Kanone, sodass sich mir die Haare zu Berge aufstellen. Von der Soundkulisse möchte ich gar nicht erst anfangen, denn die ist so spannend wie einem Streichholz beim Ausgehen zuzuschauen. Insgesamt lässt sich „Alone in the Dark: Illumination“ folgendermaßen beschreiben:

Stellt euch einen Uwe Boll Film vor, in den man mit gemischten Erwartungen, tendentiell mit Negativen reingeht. Nur, dass der Film dann um 100% schlechter ausfällt als erwartet: Das trifft den Nagel so ziemlich auf den Kopf. Zum Glück hat der Spaß nach 8 Minuten 23 Sekunden – gefühlt waren es die allerschlimmsten Minuten meines Spielerlebens – ein Ende und der Deinstallations-Knopf übt sein Richturteil über das Spiel.

Review Overview

Bewertung - 1.9

1.9

Zeit ist ein kostbares Gut und bei "Alone in the Dark: Illumination" ist es sehr schlecht investiert. Geht raus, geht schwimmen, trinkt ein Bier mit eurem Kumpel oder telefoniert mit eurer Freundin. Alles im Vergleich zu diesen miesen Nummer eine wahre Bereicherung für den Alltag.

User Rating: Be the first one !

Siehe auch

Escape Games und ihre Faszination

  Der Trend geht immer mehr zum kooperativen und das merkt man nicht nur an …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.