Fluch der 2 Schwestern – Kritik

Mit Fluch der 2 Schwestern haben die Brüder Charles und Thomas Guard im Jahr 2009 einen Versuch gestartet, ein Remake des 2003 erschienenen südkoreanischen Horrorfilms A Tale of Two Sisters (Originaltitel: 장화, 홍련, Janghwa, Hongryeon) von Regisseur Kim Ji-woon in die Neuzeit zu transportieren. Warum der Film jedoch keine klare Linie zeigt und relativ schnell zum Mainstream-Horror wird, erkläre ich euch in meiner Kritik.

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Der Film beginnt mit der Entlassung von Anna aus einer psychatrischen Anstalt. Sie kehrt wieder nach Hause zu ihrer Schwester Alex und ihrem Vater Steve zurück, der mittlerweile mit Rachel Summers liiert ist. Rachel war die frühere Pflegerin ihrer kranken Mutter und wohnt jetzt mit Steve in einem malerisch schönen Haus zusammen. Annas Mutter ist bei einem verheerenden Brand ums Leben gekommen, die sie heute mit ständigen Träumen von jener Nacht plagen. Später kommt Annas Freund Matt ins Spiel, der ihr erzählt, was an dem Tag des Todes ihrer Mutter wirklich passiert und das führt dazu, dass sich Anna zunehmend dem Verdacht anlehnt, dass Rachel dafür verantwortlich ist. Diese unangenehme Situation im Haus steigert sich während dem gesamten Verlauf und eskaliert am Ende fatal.

Klingt im ersten Moment eigentlich nach einem Familiendrama oder? Da ist in der Tat viel dran, denn „Fluch der 2 Schwestern“ vermittelt dem Zuschauer nicht zu 100% das Gefühl, dass wir uns in einem Horrorfilm befinden. Er möchte Drama und Horror in einem kompakten 90 minütigen Streifen verbinden, was in großen Teilen nicht gelingen mag. Das mag zum Einen an der fehlenden Atmosphäre für einen klassisch guten Horrorfilm liegen (düstere Musikuntermalung, strategische Kameraführung, etc.) und zum Anderen an den sonst blassen Darstellern neben Anna und Rachel, die dem Film einen Hauch von Glaubwürdigkeit verleihen können.

Das größte Problem an „Fluch der 2 Schwestern“ dürfte die Vermischung der beiden Genre Horror und Drama sein – das funktioniert in der Regel selten bis nie. Damit ein Horrorfilm funktioniert, muss eine emotional starke Bindung zwischen Zuschauer und dem bedrohten Protagonist(en) entstehen. Anders als bei vielen anderen Genre muss der Zuschauer den Film direkt aus der Perspektive des Hauptdarstellers sehen. Das gelingt zwar in manchen Passagen mit Anna ganz gut, die Intervention vom Drama stört aber den Horrorteil sehr intensiv, sodass hier keine klare Linie gefahren werden kann.

Die Story hat auch unglückliche Momente und verrät sich bereits relativ zu Beginn. Als Zuschauer weiß man nach den ersten Minuten, wo sich die Geschichte zum Ende hin entwickeln wird und – erschreckenderweise – gestaltete sich Dieser genau wie erwartet. Ich habe einige Anfragen bekommen, wie ich persönlich das Ende verstanden habe und aus diesem Grund möchte das genauer erklären. Für alle, die den Film noch nicht gesehen haben, empfehle ich den Spoiler-Teil unten nicht zu öffnen und zu lesen!

Spoiler

Spoiler

Ganz am Anfang des Films wird Anna aus der Anstalt entlassen. Hier taucht zum ersten mal die Frau namens Mildred Kemp auf, die Anna bei der Entlassung hinterher ruft, wem sie denn jetzt ihre Geschichten erzählen soll. Diese Szene sollte man sich genau merken. Während des Films schöpft Anna bei Rachel verdacht und denkt, dass sie Mildred Kemp ist, die für den Mord an ihren drei Kindern verantwortlich ist, um an den Mann zu kommen. Mildred hat jedoch mit dem Konflikt zwischen Anna und Rachel gar nichts zu tun. Durch die Geschichten, die die echte Mildred Anna erzählt hat, entstehen bei Anna Wahnvorstellung und somit kann sie Realität mit der Erzählung nicht mehr trennen. Das kann passieren, wenn Menschen psychisch und mental sehr labil wie Anna sind. Deswegen hört man die echte Mildred am Ende auch sagen „willkommen zurück zu Hause“, weil Anna in die Anstalt zurückkehrt, den Ort, den sie wahrscheinlich für ihr ganzes Leben lang nicht mehr verlassen wird. Das ist praktisch ihr neues „Zuhause“.

 

 

 

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Fazit

Bewertung

Fluch der 2 Schwestern ist ein Mix aus Drama und Horror, wobei beide Teile nicht gut bedient werden. Die Charaktere wirken blass und nicht authentisch, auch die Story ist von Anfang an sehr durchschaubar und verliert seinen Reiz im Verlauf des Films deutlich.

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