Evil Dead – Kritik





1981 sorgte der amerikanische Horrorfilm „Tanz der Teufel“ von Regisseur Sam Raimi für großes Aufsehen und wurde wegen seiner drastischen Gewaltdarstellung in Deutschland beschlagnahmt und prompt auf den Index gesetzt, was bis heute Bestand hat. Wie im Original, spielt sich auch im Remake „Evil Dead“ alles wieder in einer abgelegenen Waldhütte ab. Eine junge College-Gruppe macht sich auf in einer Ferienwohnung im Wald. Bis hierhin klingt alles nach einer Standard-Horror-Kost, aber der Hintergrund für diese Ausfahrt in die Waldhütte ist bereits eine andere, tiefgründigere als im Original. Mia (Jane Levy), ihr Bruder David (Shiloh Fernandez) und ihre Freunde Olivia (Jessica Lucas), Eric (Lou Taylor Pucci) sowie Natalie (Elisabeth Blackmore) wollen ein paar freie Tage in dieser besagten Waldhütte verbringen, damit Mia endlich von ihrem Drogenproblem befreit wird. Ihnen fällt das mysteriöse „Buch des Todes“ in die Hände, wodurch sie ungewollt düstere Dämonen herbeirufen. Für die fünf jungen Leute beginnt ein erbitterter Kampf ums Überleben, denn durch das Vorlesen aus dem Buch wurden blutrünstige Kreaturen freigesetzt, die es nur darauf abgesehen haben, die Teenager psychisch und körperlich zu vernichten. Auf Hilfe von außen können sie aufgrund der Abgelegenheit der Waldhütte nicht zählen.

Das kostengünstige Remake des Splatter-Klassikers „Evil Dead“ hat sich in Nordamerika aus dem Stand an die Spitze der Kinocharts gesetzt und damit sofort seine Kosten wieder eingespielt. Für die Umsetzung der wieder aufgewärmten Story, die nicht nur ohne hohe Produktionskosten, sondern auch ohne große Stars auskommt, wählte der hier als Produzent fungierende Sam Raimi den 35-jährigen uruguayischen Regisseur Fede Alvarez aus und verhalf ihm somit zu seinem Spielfilmdebüt. Man muss dabei bedenken, dass Alvarez davor keinen einzigen Langfilm gedreht hat und „Evil Dead“ somit als sein Erstlingswerk angesehen werden darf. Lediglich sein im Internet verbreiteter Kurzfilm Panic Attack! (Ataque de pánico!, 2009) diente als Bewerbungsvideo für Hollywood.  Nun, ein Remake ist sicher nicht die dankbarste Aufgabe für einen aufstrebenden Regisseur, geht es bei den meisten Reboots darum dem Originaltitel einen Feinschliff geben und das Werk mit wenigen Mitteln in die Neuzeit zu transferieren.  Alvarez gelingt jedoch mehr: eine spannende Variation von Raimis Original, die ihren eigenen Weg geht.

Während andere Produktionen um eine günstige Altersfreigabe kämpfen, ist das R-Rating für das Selbstverständnis von „Evil Dead“ wie ein Gütesiegel. Wie schon im Original ist die Story nicht wirklich anspruchsvoll, denn es geht hier mehr um die bloße Zerstückelung von Gliedmaßen in unterschiedlichster perversester Ausgestaltung. Der Wald ist die Kulisse für das Böse und dementsprechend bahnt sich dies auch bei Mias erstem „Waldspaziergang“ gleich seinen Weg durch eine bestimmte Körperöffnung der Protagonistin. Fortan ist es vorbei mit körperlicher Unversehrtheit für die jungen Darsteller David, Eric, Mia, Olivia und Natalie, deren zusammengesetzte Anfangsbuchstaben „DEMON“ den Genre-Fans ein kleines Easter Egg beschert. Sei es nun ein herausgeschnittenes Gesicht, mit dem elektrischen Tranchiermesser abgetrennte Arme oder schöne Verstümmelungen mit der Nagelpistole. Der neu aufgelegte teuflische Tanz liefert ab. Nimmt man in der Summe die dünne Handlung und die große Effizienz, den Zuschauer zum Voyeur werden zu lassen, ist man bei einem auch für einen Pornofilm gültigen Schemata angelangt, nur polarisiert beides heutzutage aufgrund der erheblich stärkeren medialen Präsenz viel weniger als früher.

Review Overview

Bewertung

"Evil Dead" steht dem Original in puncto Unappetitlichkeit in nichts nach und wird deshalb die Fans des Kultschockers von 1981 überglücklich machen. Auch das Remake manifestiert seinen Kultstatus in der Aneinanderreihung naturalistisch dargestellter pervertiert grauenhafter Szenen, wobei man sich fragen muss, ob das alleine gruselig ist.

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