Ender’s Game – Kritik

Die Hollywoodstudios haben sich wieder an eine Buchvorlage gewagt und zeigen, dass die Filme in der heutigen CGI-Zeit, wo Drachen für die Jungs (Eragon) und Emo-Geschnulze für die Mädchen (Die Chroniken der Unterwelt), durchaus mit einer gewissen Intelligenz gedreht werden können und man trotz reichlich Action nicht die Unterhaltung von vornherein begraben muss. Ender’s Game 2013 lehnt sich dabei an den Sci-Fi-Klassiker von 1985  von Orsan Scott Card und Regisseur Gavin Hood ist mit diesem Titel gelungen, Blockbuster-Kino mit Anspruch zu verbinden. Warum der Film dennoch die eine oder andere Minute hätte mehr vertragen können, kläre ich in dieser Kritik.

Eine Alien-Rasse bedroht die Menschen und der letzte Krieg hat schon Millionen das Leben gekostet. Moment, das klingt nach einem ausgelutschten Szenario, der gefühlt in jedem zweiten Alienfilm auftaucht? Ruhig bleiben, denn das Szenario in Ender’s Game ist nicht gleich zu setzen mit anderen, üblichen 0815-Titeln. Durch die Gefahr, dass die Aliens erneut zuschlagen könnten, sucht der hochdekorierte Colonel Hyrum Graff (Harrison Ford) händeringend nach Nachwuchs-Genies für die International Fleet. Dabei hat er es vor allem auf die Jüngsten abgesehen und sieht im zwölfjährigen Ender ein aufstrebendes Talent, da er ein überragendes taktisches Verständnis aufweist und im Kampfsimulator bereits nach kurzer Zeit komplexe Kampfmanöver meistert.

Nachdem Ender in der Akademie ankommt, wird er im Film gefühlt alle paar Minuten „befördert“. Diese Phase im Film wirkt leider sehr gehetzt, auch wenn man Regisseur Hood zu Gute halten muss, dass er die verschiedenen Stationen, die der junge Ender durchlebt, auf ein Minimum reduziert und veranschaulicht hat. Wie der Name bereits verrät (Ender’s Game), baut der Film sich wie ein Kreis um die Person von Ender auf. Als Zuschauer weiß man bereits nach den ersten Minuten, dass Ender etwas großartiges bewegen wird, aber die Überraschung hält der Film noch gut behütet. Ender ist ein Ausnahmetalent und auch diesen Faktor, dass außergewöhnliche Menschen im Leben meist anders behandelt und zum Teil von der Gesellschaft isoliert werden, zeigt der Film in manchen Szenen ganz provokativ. So muss Ender sich sehr oft mit der krassen Außenseiterrolle begnügen, die ihm aber wenig auszumachen scheint, denn er ist intellektuell auf einer eigenen Ebene und kennt seine Stärken.

Asa Butterfield (Hugo Cabret) – merkt Euch diesen Namen – ist eines der talentiertesten Nachwuchstalente Hollywoods. In der Rolle des Strategiegenies trifft er mit seiner Balance zwischen Kaltblütigkeit und dem Versuch ein Einfühlunsvermögen zu entwickeln, wie es für einen zwölfjährigen Jungen typisch ist, genau ins Schwarze – obwohl er im Kern ein Soziopath ist. Genau aus diesem Grund entwickelt er sich immer stärker zum Publikumsliebling. Ihm zur Seite stehen außerdem zwei oscarnominierte Schauspielerinnen Hailee Steinfeld (True Grit) als Petra, Enders Akademie-Partnerin und Abigail Breslin (Little Miss Sunshine) als seine Schwester Valentine. Im Film war für die beiden wohl leider nicht genug Platz, um ihre glänzende Momente voll auszuspielen, aber vielleicht spart man sie ja für mögliche Fortsetzungen – wer weiß!

 

Review Overview

Bewertung

"Ender's Game" ist ein spannender Sci-Fi-Film rund um die Figur Ender Wiggin und seine Vorbereitung auf den großen Kampf gegen die Alien-Rasse, wobei dem zwischenzeitlich etwas gehetzt wirkenden Film gerade im ersten Drittel 30 bis 40 Minuten mehr nicht geschadet hätten.

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