Der Hobbit – Schlacht der fünf Heere „Action-Hobbit“ – Kritik


Der 5 Minuten Drache und warum Jackson sich mit dem dritten Teil fast vollständig vom bekannten Charme der Tolkien Reihe entfernt erfahrt ihr in dieser Kritik.

Knapp ein Jahr mussten sich Hobbit Fans nervös zurücklehnen und auf den dritten und letzten Teil der Hobbit Trilogie warten. Das lange warten hatte mit dem vergangenen Dienstag ein ersehntes Ende. Ich werde diese Kritik bewusst sehr kurz halten und euch einen Überblick geben, wo der Film glänzt und leider auch ein paar Schattenseiten birgt.

Vorab kann man sagen, dass der Film relativ wenig mit den typischen Herr der Ringen Filmen zu tun hat. Erwartet ihr ein episches Fantasy-HdR-Abenteuer, dann werdet ihr den Kino Saal mit großer Enttäuschung verlassen. Der Anfang des Films knüpft, selbstverständlich direkt nach dem zweiten Teil an und beginnt gleich mit einem fulminanten Feuerwerk. Smaug wütet über die Menschen und sobald die sonore Stimme des mächtigen Drachen über die Lautsprecher ertönt, herrscht unheimliche Stille im Saal und ein kalter Schauder läuft den Rücken entlang. Jackson hätte sich aber vor allem am Anfang ruhig 30 Minuten mehr gönnen können, wirkten diverse Szenen allgemein sehr gehetzt. Smaugs einseitiger Angriff auf die Stadt, bei dem der Drache gerade mal eine Leinwandpräsenz von 4 Minuten 56 Sekunden bekommt, ist nur ein Beispiel der spürbaren Zeitknappheit.

Wenn man rein das Audiovisuelle beurteilen müsste,  wäre „Der Hobbit – Schlacht der fünf Heere“ ein wahres Goldstück, aber der Hobbit-Zuschauer erwartet in der Regel mehr als nur CGI-Effekte. Bei Jacksons Werk muss man fairerweise sagen, dass die Optik zu Lasten der tiefen Gefühle erkauft werden musste, denn auch wenn die Nebenhandlungen der Charaktere separat dargestellt werden, kommen sie am Ende nicht authentisch rüber. Diese Erzählschwächen hätten mit großer Sicherheit anderen Streifen das Genick gebrochen, doch diesen Malus kompensiert Jackson durch eine epische Schlacht, die den Großteil der Laufzeit in Anspruch nimmt. Streng genommen ist „Die Schlacht der fünf Heere“ ein Kriegsfilm. Die einzige Figur, die eine merkliche Tiefe aufweist, ist Bilbo Beutlin, wohingegen die anderen Darsteller etwas blass aussehen – dafür ist auf dem Schlachtfeld wohl leider kein Raum geblieben. Das Paradebeispiel im Film dürfte der Seestadt-Schurke Alfrid sein: Auf diese Zeichnung hätte Jackson besser verzichten sollen, denn witzig ist er nicht und ernst zu nehmen auch nicht. Insgesamt wirken Gefühlsänderungen und Wandlungen der Charaktere deutlich zu abrupt, so auch der hin- und hergerissene Zwergenanführer Thorin, weil er das Drama nicht ausspielen kann. Am Ende ist „Die Schlacht der fünf Heere“ ein versöhnlicher Abschluss für die Trilogie und auch das Ende beweist, dass der wahre „Herr der Ringe“ Geist in Jackson noch immer präsent ist. Hier kommt wieder der typische Epos der Serie durch, wenn der Abschied im Auenland statt findet und der unverwechselbare Charme, den er einst mit „Herr der Ringe: Die Gefährten“ zauberte, dem Zuschauer präsentiert wird.

Review Overview

Bewertung - 6.8

6.8

Der Action-Hobbit wird nicht jeden Nerv der Hobbit Fans treffen, aber als Popcornkino mit überzeugender Pace ist der Film ein guter Abschluss der Trilogie.

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