Deadpool – Kritik

Superheld. Antiheld. Versaute Kackbratze. Charmeur. Idiot. Macho. Mann im roten Karnevalskostüm. Für den Deadpool-Darsteller fallen einem direkt nach Filmende so einige Assoziationen ein. Jede hat so seine Daseinsberechtigung, bietet „Deadpool“ doch so viele Facetten von fäkal versaut bis hin zu todernsten Szenen. Comicverfilmungen haben ja oft den Ruf, dass sie verweichlicht sind und auf das Massenpublikum kompatibel sein müssen. Pustekuchen! Ryan Reynolds mag zwar als grüner Superheld (Green Lantern) nicht der Kassenschlager in den Kinos gewesen sein, wobei der Film sehr polarisiert hat, gelingt es ihm mit Deadpool einen zynischen, albernen und einfach durchweg lustigen Charakter zu verkörpern.

Wade Wilson ist ein Ex-Agent der Special Forces und wird mit einem schrecklichen Krebs-Befund konfrontiert. In seiner Stamm-Kneipe bekommt er ein außergewöhnliches Angebot von einer Organisation namens „Weapen X“, die ihm verspricht seine Krankheit zu heilen. „Wo gehobelt wird, fallen auch Späne“ und nach einem äußerst brutalen Torturmarathon im Labor von dem „Bösewicht“ Ajax , mutiert Wade in diesem Prozess und findet sich völlig entstellt wieder.

Natürlich darf in einem Marvel Film auch eine reizvolle Frau mit einer gewissen Lovestory nicht fehlen und hier bildet auch „Deadpool“ keine Ausnahme. Den Part der sexy Dame übernimmt Monica Baccarin als Prostituierte Vanessa. Wenn euch ihr hübscher Hintern in den diversen, für Marvel Verhältnisse, sehr großzügigen Sexszenen irgendwie bekannt vorkommen sollte, dann habt ihr in der Vergangenheit vermutlich Berührungspunkte mit der Serie „Homeland“ gehabt. In der Serie ist sie nämlich als Ehefrau Jessica Brody bekannt und war auch in ein oder anderen freizügigen Szenen mit involviert. Genug der Sexismusanspielungen, zurück zum richtigen versauten Film.

Auf der Zunge zergehen lassen muss man sich das ziemlich kleine Marvel-Budget von gerade mal nur 50 Millionen Dollar. Regisseur Tim Miller hat es verstanden sich auf das kompaktere Format in den Action-Szenen zu beschränken und so kann man keine Exzesse a la „Man of Steel“ oder „The Dark Knight Rises“ erwarten. Freunde der epischen Endschlachten nach „Avengers: Age of Ultron“ oder „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ werden am Ende wahrscheinlich ebenso enttäuscht, aber gerade das macht den Film so unheimlich sympathisch. Der Mix zwischen „sich nicht ernst nehmen und auf alles scheißen“, „bittere Seriösität“ und „everbody is in love with unicorns“ ist bei “Deadpool“ in einem nahezu perfekten Verhältnis und frischt den langsam einkehrenden Einheitsbrei der Marvel-Filme endlich ordentlich auf.

“Deadpool“ ist mit Sicherheit kein familientauglich gestutzter Film für weiche Pussys, die bei Kraftausdrücken wie „verdammt, mist, fies, arsch, usw.“ bereits Pipi in die Augen bekommen und beschämt den Kopf wegdrehen, hat er doch ungewöhnlich eine FSK-16er Einstufung in Deutschland bekommen. Die Einstufung ist völlig legitim, einerseits wegen der sehr freizügigen Szenen und zum anderen der Folterszene, die in ihrer Intensität an „Zero Dark Thirty“ gemahnt.

 

Fazit

Bewertung

Wem der x-te Film der X-Men Reihe zu ausgelutscht vorkommt und die chronische Blau-Grau Krankheit der Batman-Filme auf den Sack geht, bekommt mit „Deadpool“ einen Antihelden-Film, der es faustdick hinter den Ohren hat und in der Reihe der geleckten Superhelden für einen Hauch Exotismus sorgt.

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