Dark Souls – Review

Stirb doch einfach! Stirb!

Eins vorweg: GamesForWindowsLive ist der größte Mist, der je erfunden wurde und das ist vielleicht auch einer der größten Negativpunkte, die man Dark Souls vorwerfen kann – herzlich Willkommen beim Dark Souls Review!

Am 24. August 2012 wurde Dark Souls nachträglich für den PC veröffentlicht, mit dem Zusatz „Prepare to Die Edition“, welches wie ein DLC betrachtet werden darf und im Prinzip auch ist. In diesem Fantasy-Rollenspiel übernehmen wir die Rolle eines Charakters und können uns Anfangs das Geschlecht und das Aussehen aussuchen bzw. anpassen. Anschließend kommt die Wahl der Klasse und hier bietet Dark Souls insgesamt sage und schreibe zehn Klassen an. Dabei muss aber gesagt werden, dass die Auswahl der Klasse lediglich die Startausrüstung und die vorverteilten Attributspunkte beeinflusst. Im Laufe des Spiels können wir bei unseren Levelaufstiegen die Punkte komplett frei verteilen und geben somit dem Charakter eine Ausrichtung in eine bestimmte Richtung.

Eines muss unbedingt am Anfang gesagt werden, damit keine Missverständnisse entstehen: Dieses Spiel ist schwer und fordernd, bleibt dabei immer stets fair. Fair heißt, dass der Spieler immer eine Chance hat, egal wie gering sie manchmal zu sein scheint. Der Schwierigkeitsgrad kann in einem Satz sehr kompakt beschrieben werden: Fehler bleiben selten unbestraft und diesen Satz sollte man während des gesamten Spiels immer im Hinterkopf behalten. Leute, die Videospiele am liebsten auf „Leicht / Easy / Rookie / Anfänger“ spielen bzw. eher Spiele wie FarmVille als schwer empfinden, sollten die Finger von Dark Souls lassen oder sie stellen sich auf eine harte Lernkurve ein. Meine Warnung an dieser Stelle, sonst heißt es, er hat es nie erwähnt!

Ich habe meinen Kleriker bei Spielende inkl. DLC content auf Seelenlevel 103 gebracht, bei einer Spielzeit von 101 Stunden 15 Minuten und 13 Sekunden. Stunden voller Freude, Stunden voller Frust, Stunden voller Überraschungsmomente, Stunden voller Kaffee und viel Nervenstärke. Stunden voller Konzentration, Stunden voller Engagement, Stunden voller Bosse, Stunden voller (gefühlter) Chancenlosigkeit, Stunden voller Dunkelheit und Heldenglanz zugleich. Ich kann mich selten an Momente bei Bosserfolgen in Spielen erinnern (außer damals bei unseren WoW-Raidbossen), dass ich in einem emotionalen Jubel mit leichten Tränen in den Augen aufgestanden und geschrien habe, als der Boss nach dem 22. Versuch endlich ins Gras gebissen hat. Das ist Dark Souls. Ich kann mich an kein Spiel erinnern, bei dem ich wegen einem Fehler innerhalb von einem Augenblinzeln ohne Chance zerpflückt wurde. Bist du zu schwach, ist er zu stark! Wenn ihr in Dark Souls am Stück zwei Fehler macht und das Spiel euch Diese verzeiht, dann schickt mir bitte ein Screenshot- oder einen Videobeweis, denn das sind seltene und vor allem glückliche Momente. Die Gegner in Dark Souls würden am liebsten auf euren Charakter spucken und ihn demütigen und das schaffen sie auch, wenn der Spieler vor dem Schirm sich für einige Sekunden der Konzentration entledigt. Vergesst euren Kumpel, der euch nebenbei bequatscht, legt das Telefon zur Seite, wenn ihr mit der Freundin telefoniert, schaut kein Fußball nebenbei und Kaffee trinken bzw. essen bei einem Bosskampf sind sichere Indikatoren für euer baldiges Ableben – have fun.

Einen gut gemeinten Tipp habe ich an dieser Stelle auch noch und der ist kostenlos: Besorgt euch irgendein Gamepad, denn mit Tastatur und Maus könnt ihr gleich mit dem Hund Gassi gehen oder euch einen netten Film angucken. Die Zeit wäre dann wenigstens sinnvoll genutzt, als frustvoll zu sterben. Von der Grafik dürft ihr in der Rohversion leider nicht zu viel erwarten, da der Konsolenport die Optik stark in Mitleidenschaft gezogen hat. Es gibt jedoch ein kleines Tool, das wahre Wunder wirkt und es nennt sich DSFix. Sucht das bei Google und lest euch alles durch. Das möchte ich an dieser Stelle nicht ausführen, denn es hat mit dem Spielinhalt an sich nichts zu tun.

Fazit

Dark Souls ist eines der Spiele, auf die man sich komplett einlassen muss und ich bin wirklich froh, dass es im 20. Jahrhundert noch solche Spiele auf dem Markt gibt. In der ganzen Klicki-bunti-hier-ist-die-lösung-der-quest-auf-der-Minimap Masse müsste man Dark Souls eigentlich als ein unbesiegbares Spiel vergöttern, aber was solls. Für die Verdummung respektive Vereinfachung der Spiele ist allein der Spieler verantwortlich und falls ihr euch schon immer mal nach einem richtig fordernden Brocken umgesehen habt, werdet ihr mit Dark Souls eure Eingebung finden. Dark Souls ist ein schweres,umfangreiches und faires Spiel mit hohem Wiederspielwert (NewGame+). Von der Optik erwartet ihr am besten kein „New Generation“, aber wenn ihr schon immer wissen wolltet, wie sich die Definition von „core gaming“ am eigenen Leib anfühlt, empfehle ich euch in jedem Fall einen Blick auf Dark Souls zu werfen.

Review Overview

Bewertung - 89%

89%

Core Gaming in seiner besten Form: Schwer, fordernd, aber fair. Wer nach einem knackigen Fantasy-Rollenspiel sucht, ist mit Dark Souls bestens bedient.

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Siehe auch

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