Dark Souls 3 im Test: Knackiger Nachfolger mit Schwächen im DLC

Es ging endlich in die dritte Runde von Dark Souls und man war ich vor dem Eintritt in Lothric gespannt wie ein Flitzebogen, das könnt ihr euch nicht vorstellen!

Nach knapp 89 Stunden hat mir Dark Souls 3 seine Credits gezeigt und geblieben sind prägende Moment und Erinnerungen in Lothric. In meinem Test möchte ich auf die einzelnen Punkte im Detail eingehen und die stärksten Momente von Dark Souls 3 erläutern und warum es am Ende doch nicht bis ganz oben auf den Thron gereicht hat.

Story

Die Story spielt einige Epochen nach den Ereignissen der vorherigen Teile und knüpft an diese an. In Lothric wird ein untoter Protagonist, der ,,Unentfachte“, von einer mysteriösen „Feuerhüterin“ am Feuerbandschrein auserwählt, eine drohende Apokalypse abzuwenden, die den anhaltenden Konflikt zwischen Feuer und Dunkelheit heraufbeschwört. Unser Ziel ist die Zerstörung der fünf Aschefürsten, frühere Großhelden, die die erste Flamme über Äonen verknüpft haben.Auf unserer Reise begegnen wir den Aschefürsten und bringen ihre Seelen zurück zum Feuerbandschrein, um das Feuer neu zu entfachen, denn dann öffnet sich der Weg zum finalen Kampf gegen den Fürst der Asche.

Gameplay

Eins kann man gewiss behaupten: Die Welt von Dark Souls 3 ist wieder sehr groß und wiedere haben sie es geschafft diese enge Bindung des Spielers mit der Welt neu zu erfinden. Der Zauber der versteckten Items und den geheimen Gängen ist ein ständiger Begleiter und es mach einen Heidenspaß noch das letzte Eck da hinten zu erforschen. Es gibt nur sehr wenige Spiele auf dem PC, die so eine dichte und vor allem mit Details gefüllte Atmosphöre versprühen. Vom Gameplay hat sich zum Vergleich zum Vorgänger nicht evolutionär etwas geändert. Hinzugekommen ist eine weitere Leiste, die wir mit Flakons auffüllen können. Hatten wir in den vergangenen Souls Teilen nur eine Lebens- und Ausdauerleiste, kommt in Dark Souls die FP bzw. Fokusleiste hinzu. Zauber und gewisse Aktionen erfordern nämlich den Einsatz von Fokuspunkten und können mit FP-Flakons wieder aufgefrischt werden. Wir können jedoch selbst wählen, wie die Aufteilung der Flakons eingerichtet werden soll. Haben wir zum Beispiel insgesamt 10 Flakons, können wir z.B. fünf auf Lebensflakons und fünf auf Fokusflakons teilen.

Auffallend ist jedoch, dass alles gefühlt besser flutscht. Die Animationen sind sehr geschmeidig und wirken nicht schwerfällig. Übersetzt in Gamer-Sprache müsste man sagen, dass durch die neue Art der Bewegung und des Kampfes das Spiel deutlich actionlastiger wird. Trotz allem hat sich aber an einer Dark Souls Tugend nichts geändert: Gestorben wird weiterhin – und das nicht zu knapp. Malt euch da mal bloß keine falschen Illusionen 🙂

Grafik

Wenn man Dark Souls 3 eine krasse Änderung zuschreiben kann, dann ist es mit Sicherheit die Optik. Um es mit wenigen Worten zu beschreiben: Das Spiel, die gesamte Welt sieht einfach nur wunderschön aus. Die Gebiete wirken wie aus einem Guss und man merkt den Designern wirklich an, dass sie mit Herzblut an der Arbeit waren. Bis auf die winzigen Clippingfehler konnte ich keine grafischen Bugs feststellen, die das Spielgefühl beeinträchtigen oder zu einem kompletten Ausfall führen.

Das Spiel bietet zahlreiche Optionen im Grafikmenü, um die Optik nach eigenen Bedürfnissen anzupassen. Gespielt habe ich persönlich in FullHD und in 4K. Die Charakterdetails mit den glänzenden Rüstungen und den Waffen stechen definitiv hervor und es macht einfach Spaß, unserer Heldin / unseren Helden beim Monstermetzeln zuzusehen.

Sound

Von den Soundeffekten bis hin zur musikalischen Tonus, alles wirkt stimmig. Wenn sich das Schwert in das Fleisch der Monster bohrt, hört man ein eindringliches Zerfleischen über die Kopfhörer und merkt, dass hinter jedem Hieb eine Wucht steckt. Teilweise hat Dark Souls 3 auch sehr gruselige Momente, wenn im Dunkeln plötzlich ein kreischendes Monster uns den Ruhepuls auf 165 treibt und uns das Leben zur Hölle macht.

Steuerung

Es soll Leute geben, die Dark Souls mit der Tastatur spielen und dabei auch noch sowas wie Spaß empfinden – kann ich nicht nachvollziehen und falls man bis heute kein Gamepad hat, sollte man sich, wenn man Ambitionen hat die Dark Souls Reihe aktiv zu spielen, dringendst ein Gamepad zulegen. Ich kann hier immer wieder die haptisch fast perfekten Controller von der Xbox empfehlen. Damit wird der Spaßfaktor um etliche Level angehoben und es fühlt sich einfach auch richtiger an, auf Monsterjagd zu gehen. Von den Grundaktionen hat sich bisschen was verändert: Wir haben weiterhin den normalen sowie einen schweren Angriff. Wir können aber mit diversen Schilden nun besondere Angriffe mit unserer rechten Waffe ausführen, die Fokuspunkte kosten. So sind die Fokuspunkte nicht nur für reine Zauberer wichtig, sondern können auch flinke Schwertschwinger bei den Angriffen unterstützen.

DLC – Ashes of Ariandel

Das erste DLC zu Dark Souls 3 nennt sich „Ashes of Ariandel“ und spielt in einer verschneiten Welt. Das DLC bietet Spielspaß für ca. 4-5 Stunden und enthält zudem zwei Bosse. Um nicht zu viel Spoilern möchte ich nur Bezug auf die DLCs vom zweiten Teil nehmen. Im Vergleich zu den einzelnen Dark Souls 2 DLC kann „Ashes of Ariandel“ nicht mal Ansatzweise mithalten. Der Zusatzinhalt wirkt zum größten Teil sehr repetitiv und ist leider nur mit sehr wenigen Ideen geschmückt. Der einzige Trost ist der knallharte Bosskampf gegen Schwester Friede und der hat es wirklich in sich. Das bleibt aber im sonst sehr blassen DLC das einzige Highlight. Ob sich die Investition von ca. 10€ für das DLC lohnen, muss jeder für sich selbst enscheiden.

Fazit

Muss man Dark Souls 3 spielen? Warum wird es so gehyped? Ist das ein Spiel nicht zu schwer? Warum stirbt man bei Dark Souls so oft? Wer sich diese Fragen stellt, ist gewiss falsch bei Dark Souls 3 oder generell in dieser Reihe aufgehoben. Dark Souls spielt man, weil man genau diese Art von Spiel spielen will. Der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist nur so hoch, wie die Unfähigkeit des Spielers vor dem Bildschirm. Wenn man vom klassischen Hack’n’Slay kommt und 8 Stunden mit seinem Berserker durch Monstermassen wütet und dabei maximal 1/4 von seinem Lebensbalken verliert, der muss sich in Dark Souls 3 sicher warm anziehen und wird nicht den Spaß seines Lebens verspüren. Es herrscht der Vorwurf, dass der dritte Teil der leichteste Teil von der Reihe sein soll, dass ich so nicht bestätigen kann. Es kommt immer darauf an, von welchem Blickpunkt aus man das bewertet. Erfahrene Spieler, die in den vorherigen Teilen mindestens den 3. oder 4. Durchlauf hinter sich gebracht haben bringen eine nicht zu unterschätzende Erfahrung mit, die sie in die neuen Dark Souls Spiele transportieren. Fängt ein Spieler das erste Mal mit Dark Souls 3 an, wird er den Schwierigkeitsgrad wahrscheinlich genau so hoch bewerten werden wie beim ersten Teil.

Am Ende bleibt mit Dark Souls 3 ein weiteres faszinierendes Spiel aus der From Software Schmiede, das sich nicht vor den ersten beiden Teilen verstecken muss. Wenn man allein das Grundspiel bewertet, muss man dem dritten Teil mindestens die selben Punkte vergeben wie im zweiten Teil. Der einzige Kritikpunkt, der dann auch zu einem minimalen Abzug führt, ist der etwas schwache DLC Ashes of Ariandel, der inhaltstechnisch weit hinter den drei DLCs des zweiten Teils bleibt.

Zusammenfassung

Bewertung - 89%

89%

Dark Souls 3 zeigt, dass Fortsetzungen mindestens das Niveau der Vorgänger halten und mit kleinen Änderungen sogar noch für Aha-Momente sorgen können. Für Fans ein absoluter Pflichtkauf und für Neueinsteiger Motivation genug, sich die Souls-Reihe etwas genauer anzuschauen.

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