Dark Souls 2 – Review

Sterben kann so einfach sein 2.0

Manchmal denke ich darüber nach, wie sich ein Entwickler von einem Spiel wie Dark Souls 2 fühlen muss, wenn er neue Ideen generiert und es der Gruppe präsentiert. Egal wie, es muss aber einen heiden Spaß machen, sich schon vorab köstlich zu amüsieren, wie der Spieler vor dem Schirm später an einer Ecke überrascht das zeitliche segnet und das hunderte Male – Herzlich Willkommen beim Dark Souls 2 Review.

Ihr kennt doch sicherlich die schönen und userfreundlichen Einführungstutorials in Aufbaustrategiespielen oder Adventures. Drücke diesen Knopf damit das funktioniert und klicke das an, um Objekt X aufzusammeln. Ja, was soll ich sagen, so oder so ähnlich wird das in Dark Souls 2 auch integriert, jedoch mit einem kleinen und feinen Unterschied: Ihr werdet sterben, sehr oft! Ich persönlich finde es absolut himmlisch, dass der Entwickler bereits beim „Tutorial“ den Spieler so dermaßen demütigt, dass man es fast schon satanistisch nennen könnte. Aber From Software, dafür lieben und hassen wir euch ja *inlove*.

Neues in Dark Souls 2

Mehrheitlich orientiert sich Dark Souls 2 stark an seinen Vorgänger, es gibt trotz allem diverse Veränderungen, die das Gameplay entscheidend umkrempeln. Dazu zählt das Leuchtfeuer, bei dem wir uns nun frei durch die entdeckten Leuchtfeuer teleportieren können. Zusätzlich können wir in der Gegenstandskiste nicht benutzte Gegenstände ablegen und auch für die Reparatur der Ausrüstung und Waffen ist das Leuchtfeuer zuständig. Wenn euch die Waffe mal im Eifer des Gefechts kaputt geht, hilft euch nur der freundliche Schmied von nebenan. Letzteres wird euch wahrscheinlich über das gesamte Spiel verfolgen, denn die Waffen in Dark Souls 2 halten deutlicher weniger aus als beim Vorgänger. Denkt also darüber nach ein zweites Mordinstrument mit euch zu führen. Neu sind auch Fackeln, die ihr zum Beispiel an Leuchtfeuern anzünden könnt. Es kommen einige Passagen im Spiel vor und ein ganz spezielles Level, bei der ihr ohne eine Fackel ein sehr erschwertes Dasein erfahren werdet. Kurz: Ihr werdet sterben! Die Fackel dient aber nicht nur als Lichtquelle, sondern ermöglicht zusätzlich eine Interaktion mit der Spielewelt, mit der ihr schier unlösbare Bosskämpfe so hinbiegt, dass es vom Schwierigkeitsgrad einem Puzzle mit 4 Teilen entspricht. Man muss aber erst mal auf diese Lösung kommen, viel Vergnügen. Es sei speziell in Dark Souls 2 dazu geraten die Gebiete möglichst akribisch abzusuchen, denn Pioniere werden fast immer belohnt.

Unser geliebter Karottensaft, ich meine die Estus-Flakons, die uns Heilung gewähren, sind am Anfang bei Dark Souls 2 bei weitem nicht so hilfreich wie im Vorgänger. Bereits nach dem ersten Schluck dürft ihr wieder am Leuchtfeuer rasten, um euch das Getränk aufzufrischen. Durch Estus-Flakon Scherben bekommt ihr immer ein zusätzliches Getränk, durch den Edlen Knochenstaub wird die Wirkung unseres Karottensaftes erhöht. Bis wir genug Upgrades erhalten haben, müssen Lebenssteine als Ersatz dienen, die damit ihre Rückkehr aus Demon Souls feiern. Das Upgrade der Waffen hat sich auch leicht verändert. Ihr könnt weiterhin mit Titanit-Scherben in verschiedenen Größen das Mordwerkzeug schärfen. Zusätzliche elementare Fähigkeiten wie Feuer oder Finsternis können bei McDuff als Durchdringung erworben werden. Die Erschaffung legendärer Waffen läuft ähnlich simpel ab, für die ihr künftig die entsprechende Boss-Seele bei kompetenten Händlern wie Ornifex oder Straid handeln könnt. Die Zeiten, wo noch gegrübelt werden musste, wie man die Seelen nun in Waffen umwandelt, sind also vorbei.

Wo Licht ist, …

…sind Schatten nicht zu verstecken. Auch Dark Souls 2 leidet, wie sein Vorgänger, an sehr ärgerlichen Trial & Error Momenten. Ich erinnere zum Beispiel an den Kampf gegen den Uralten Drachen, relativ am Ende des Spiels. Diese kleine nervenaufreibenden Sticheleien kommen über das gesamte Spiel verteilt, zum Glück aber in der Minderheit, vor und nehmen so die Motivation ein wenig raus. Ein weiterer Negativpunkt sind die teils sehr langen Wege zu den Bossen, falls man in einem Versuch erfolglos geblieben ist. So kann es schon mal vorkommen, dass sich der Spieler erneut an Scharen von Gegnern vorbeikämpfen muss, ehe man dem großen Widersacher gegenübersteht – hätte nicht sein müssen.

Mein letzter Kritikpunkt sind die Items, die man ausrüsten kann. Hier hätte ich mir Zwecks Komfort gewünscht, dass man zum Beispiel drei Sets anlegen könnte, um schnell zwischen der Ausrüstung zu wechseln. Im Laufe des Spiels sammeln sich in eurem Inventar eine große Menge an Gegenständen und eine Vergleichsfunktion hätte dem Spiel gerade beim Waffenvergleich sicherlich gut getan.

Aufgehübscht und flüssig

Die Welt von Drangleic ist wirklich ansehnlich und alles wirkt aus einem Guss. Sehr löblich ist bei der PC-Portierung, dass die Limitierung auf 30 Frames aufgehoben ist. Zum anderen müssen wir uns nicht mit extra Tools wie DSFix winden, um eine bessere Optik zu erreichen. Drangleic hat diese Art ruhige, letztlich doch auf der Kante hängende Beständigkeit, überall spürbar in der Architektur, zu Bäumen gewordene Riesen als Fundament für das, was nach dem Königreich einmal an diesem Ort stehen wird.

Drangleich ist ein Ort, der Spielertypen wie Schatzsucher zusammentreibt, auf der Suche nach dem nächsten Puzzlestück, wie Lord Aldias Forschungen aus dem Ruder laufen konnten und warum der Herzog der Lichtsteinbucht an seiner abartigen Faszination zugrunde ging. In vielen anderen Rollenspielen hat man als Spieler das Gefühl, dass der Held der zentrale Mittelpunkt der Geschichte ist und alles um einen herum belanglos scheint. Dark Souls 2 kreiert etwas viel Wertvolleres: Euer Charakter wird zu einer ganz kleinen Marionette, ein leicht zu zermalmendes Rädchen im großen Getriebe, ohne das sich die Welt genauso gut weiterdreht. Ihr seid umgeben von Wanderern und gefallenen Kriegern, alle mit einem Ziel vor ihren Augen. Dieses Gefühl sage ich euch, das müsst ihr aufsaugen, denn das kann euch kein Grafikblender dieser Welt bieten.

An dieser Stelle sage ich nur einen Satz zum Thema Maus und Tastatur: Sie werden unterstützt. Die restliche Erfahrung dürft ihr gerne selber im Spiel machen, da halte ich mich raus aber möchte eins dazu schreiben. Ich persönlich genieße die offene Plattform des PCs und nutze diesen Hybridstatus, so dass ich auch bereit bin ein Gamepad anzuschließen.

Fazit

Die Legende Dark Souls geht in die zweite Runde und es bleibt ein durch Mark und Bein gehendes, unbeschreiblich intensives, den 0815-Rollenspielen zuwiderlaufendes Abenteuer. Wenn ihr euch schon immer ein bisschen wie Indiana Jones in hardcore fühlen wolltet, zwischen Riesen und Monstern, die nur euren Tod wollen, hier bekommt ihr es. Ihr werdet gelehrt bekommen, was es heißt Geduld und Respekt vor dem Gegner zu haben und nicht in eure Überheblichkeit zu verfallen.

Ihr werdet oft sterben und den Staub vom Boden fressen, aber steht auf.

Steht auf und kämpft verdammt nochmal weiter!

Erklärung zur Motivationskurve

Zu Beginn des Spiels starte ich mit einem Dex-Build als Bettler und muss einsehen, dass das Tutorial schon meine ersten Tode fordert. Im weiteren Verlauf des Spiels versuche ich einen Kampfstil mit zwei Einhändern in der Power-Stance. Dieser Stil birgt die große Gefahr, dass kein Schild ausgerüstet ist und man den Angriffen der Gegner schutzlos ausgeliefert ist. Ich hatte in dieser Zeit ständig das Gefühl, dass das Schild in jedem Fall zur Ausrüstung dazu gehören muss und habe mich im letzten Drittel des Spiels dazu entschieden auf einen Hexcast-Build umzusteigen. Ab hier nahm zumindest der Schwierigkeitsgrad wieder faire Formen an und die Motivation stieg bis zum Ende. Das heißt im Endeffekt für euch Spieler da draußen: Jeder muss seinen eigenen Build finden, der zu seinem eigenen Spilstil passt!

 

Siehe auch

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