Conjuring 2 – Kritik

Es gibt gute Horrorfilme und dann gibt es sehr gute Horrorfilme. Conjuring 2 ist ein heißer Kandidat für den besten Horrorfilm im Jahr 2016, denn er macht vom erzählerischen bis hin zum furchteinflößenden Gruselfaktor fast alles richtig. Warum am Ende das letzte Quentchen zur Perfektion fehlt, erkläre ich euch in meiner Kritik.

Die Bluray gibt es hier zu kaufen: Conjuring 2 (Bluray) bei Amazon

In „Conjuring – Die Heimsuchung“ haben wir 2013 bereits gesehen, welches Potential noch im Dämonen bzw. Heimsuchungs-Horror steckt, hat uns Regisseur James Wan damals mit nach Rhode Island genommen und uns in einem Farmhaus das Gruseln wortwörtlich unter die Haut gedrückt. 2016 sind wir nun in London, genauer gesagt im Stadteil Enfield, welches sich weit nördlich von London befindet. Die Geschichte von „Conjuring 2“ basiert auf einer wahren Handlung, und zwar dem Gerücht des „Poltergeist von Enfield„. Wie viel Wahrheit hinter so einer Spukgeschichte steckt, da kann sich jeder ein eigenes Bild machen, verleiht dem Film aber doch einen sehr persönlichen, plastischen Charakter.

Schon der Prolog hat es in sich und gehört mit zu den besten Momenten im Film. Bei einer Seance 1976 in Amityville bekommt Lorraine beängstigende Einblicke in den brutalen Amoklauf, der sechs Menschenleben gekostet hat. Von einer weiteren Vision geplagt, muss sie mit ansehen, wie ihr Ehemann Ed getötet wird. Hier greifen Wan und seine drei Co-Drehbuchautoren nicht einfach erneut den Amityville-Fall auf, der mittlerweile sehr häufig verfilmt wurde, sie stellen fast schon poetisch die Szenen in Form der Vision von Lorraine dar, wie sie sich wortwörtlich in den Mörder hineinfühlt, durch die Wohnung berserkert, den Abzug drückt und für den Tod von sechs Menschen verantwortlich ist. Es ist kein großer Spoiler, denn egal wie gut man diese Szene im Text beschreibt, im Film wirkt sie um ein 100-faches intensiver und nimmt einem die letzte feuchte Spucke weg.

Diese Bilder sind es von Wan, die die Urängste des Menschen instinktiv hervorrufen. Das fängt beim engen, beklemmenden Haus mit der unfertigen Waschküche an und geht bis hin zum sympathisch stotternden Jungen Billy mit der Freude über einen Keksgenuss. Die Angriffe des Dämons treffen eine vom Vater verlassene Familie und haben das Prädikat „das sind echte jumpscares“ wohlwollend verdient. Die Atmosphäre ist sehr verschlingend, düster und intensiv, was mit unter an den exzellenten Kameraufnahmen liegt. Als Zuschauer hat man das Gefühl, selber in den engen Räumen vom Dämon und der finsteren Stimmung geknechtet zu werden und diese Spannung hält bis zur letzten Minute.

Der einzige Kritikpunkt bei „Conjuring 2“ geht an die beiden, etwas ausufernden Erzählstränge hier- und jenseits des Atlantiks sowie die Glaubwürdigkeit der vom Dämon gequälten Janet, was am Ende nicht ganz so rund wirkt, aber all das ist vergessen, wenn Mr. Presley aka Patrick Wilson (Ed Warren) sich die Gitarre schnappt und sowas von den Titel „Can’t Help Falling In Love With You“ rausfeuert, dass die Wände wackeln. Alleine dafür lohnt es sich, sogar als Nicht-Horrorfan, den Film für die paar Minuten anzuschauen!

 

 

 

Anzeige

Fazit

Bewertung

"Conjuring 2" ist ein atmosphärisch packender Horrorfilm mit Gänsehautgarantie. Sowohl die Leistung der Schauspieler und die perfekte Kameraregie machen ihn zum heißen Kandidaten für den besten Horrorfilm 2016. Licht aus, Lautsprecher laut - lasst es gruseln!

imdb link
User Rating: Be the first one !

Siehe auch

Fluch der 2 Schwestern – Kritik

Mit Fluch der 2 Schwestern haben die Brüder Charles und Thomas Guard im Jahr 2009 …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.