Abstandssetup vs. Ami-Setup: Der Vergleich

Es ist Wochenende, das Wetter scheint gut zu werden und die Freunde haben zu einer Grillparty eingeladen und dich als Experten gebeten, dich an diesem Abend um die Shisha zu kümmern. Du rauchst schon mehrere Jahre und hast eigentlich Erfahrung in diesem Bereich, bist dir aber nicht ganz sicher, mit welchem Setup du deine Gastgeber und die anderen Gäste an diesem Abend beglücken kannst. Deswegen gibt es hier eine grundsätzliche Aufstellung der Vor- und Nachteile beider Setupvarianten und deren Hintergründe.

Abstandssetup

Das Abstandssetup ist wohl der Klassiker unter den Setups beim Shisharauchen. Wie der Name bereits verrät, haben die Kohlen (oder die Kohle) einen gewissen Abstand zum Tabak im Kopf. Beliebt ist diese Bauart deshalb, weil sie von vielen Anfängern und Profis relativ unkompliziert und schnell gebaut werden kann. Der größte Vorteil vom Abstandssetup dürfte aus diesem Grund auch die Zugänglichkeit für Shisha-Raucher sein. Es gibt praktisch keine Limitierung, was den Kopf angeht. Heißt im Klartext: Ich kann fast jeden Kopf für ein Abstandssetup verwenden. Ein weiterer Vorteil – aber situationsabhängig – ist sicher der Tabakverbrauch pro Kopf. Einen Kopf mit Abstandssetup kann ich mit ca. 7-9 g Tabak sehr gut rauchen.

Dem Abstandssetup könnte man einen markanten Nachteil zuordnen und das wäre der Geschmack. Das mag jetzt für viele überraschend klingen, aber ich möchte das anhand eines ganz konkreten Beispiels erklären und habe mich dem professionellen Bildbearbeitungstool von Windows bedient 🙂

abstand_ami

Im klassischen Tonkopf gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie der Kopf gebaut werden kann. In Europa wird er vor allem im Abstandssetup geraucht. Zurück zum Geschmack: Im Vergleich zum Ami-Setup zieht man beim Abstandsetup ein bisschen mehr Falschluft, da die Bauweise eher locker & nicht kompakt ist. Das ist in der Praxis ein marginaler Unterschied beim Bau, wirkt sich aber deutlich auf die Intensivität des Geschmacks aus. Als Faustregel kann man sagen, dass ich beim Ami-Setup praktisch den gesamten Zug von oben nach unten durch den dicht gepackten Tabak ziehe und der Geschmack dadurch wesentlich beeinflusst wird.

Ami-Setup (Overpacking)

Dieses Setup schreckt am Anfang viele Shisha-Raucher ab, da es doch ein wenig anspruchsvoller ist. Man braucht gerade am Anfang relativ viel Übung und es ist fast garantiert, dass die ersten Versuche scheitern werden. Meistens drückt oder kratzt der Tabak dann nach wenigen Minuten, ein typisches Mitbringsel der ersten Schritte. Der Fleiß dranzubleiben wird aber mit einer extrem langen Rauchdauer und vollem Tabakaroma belohnt. Durch das Ami-Setup gelangt die Hitze von den Kohlen, mit fast direktem Kontakt zum Tabak, gleichmäßig in den Kopf und durch die dichte Bauweise werden alle Blätter (vorausgesetzt der Kopf ist richtig gebaut) gleichmäßig verdampft. Für das Ami-Setup nimmt man sich am besten erst Mal viel Zeit, um keine Fehler zu machen. Ein kleiner Nachteil vom Ami-Setup ist die Auswahl der Köpfe. Nicht jeder Kopf ist gleich gut geeignet für ein Ami-Setup und dann gibt es Köpfe wie z.B. den HotShot / HotShot RT oder die recht neue Saphire Power Bowl RT (RT für „Rüdiger Type“), die quasi für dieses Setup prädestiniert sind.

Man lässt den Tabak locker in den Kopf fallen und schüttet so lange Tabak nach, bis der Tabak ca. 4-6 mm über dem Kopf steht. Anschließend nimmt man sich z.B. eine kleine Gabel und drückt den Tabak leicht an. Leicht heißt wirklich nur leicht, sodass der Tabak im Kopf komprimiert wird. Dieses Nachdrücken sollte soweit geschehen bis der Tabak mit dem Kopfrand plan ist. Jetzt kommt noch der finale Schliff! Zu guter Letzt betrachtet man nun die Ränder des Kopfes. Es sollten keine größeren Lücken zu sehen sein. Ist das der Fall, so nehmt ihr einfach noch ein bisschen Tabak und macht diese Löcher zu.

Bei der Auswahl der Alufolie empfiehlt es sich, erst mit einer dickeren Schicht zu beginnen. Die Folie wird ganz normal auf den Kopf gespannt und der Kopf mit einer gesamten Rundlochung versehen. Wichtig: Das Ami-Setup hat wenige größere Löcher und nicht wie beim Abstandssetup andersherum. Wenn ihr z.B. einen Zahnstocher genommen habt, dann stecht ihn wirklich komplett durch und tippt nicht nur die Spitze rein. Es macht nichts, dass der Zahnstocher mit dem Tabak in Berührung kommt. Der Tabak liegt sowieso an der Folie an 🙂

Anschließend packt ihr zwei Naturkohlen drauf und zieht vorerst noch nicht. Es zischt und brutzelt, das ist normal. Nach ca. 3-5 Minuten können wir dann langsam anziehen. Die obere Schicht des Tabaks verbrennt leicht und bildet somit einen natürlichen Hitzeschutz beim Rauchen. Im Idealfall kann man nach dem Anrauchen zusätzlich eine dritte Kohle drauflegen, damit der Kopf gleichmäßig erhitzt wird.

Pro & Contra zusammengefasst

Abstandssetup Pro:

  • unkompliziert und schnell
  • fast mit allen Köpfen kompatibel
  • geringer Tabakverbrauch
  • gelingt fast immer auch als Anfänger

Abstandssetup Contra:

  • weniger Aroma
  • geringere Rauchdauer (neuer Kopf muss gebaut werden)

Ami-Setup Pro:

  • maximale Ausnutzung der Hitze
  • stärkeres Aroma
  • längere Rauchdauer

Ami-Setup Contra:

  • anfängliche Fehlversuche
  • braucht Einarbeitungszeit
  • setzt bestimmte Köpfe voraus

Siehe auch

Tutorial: Rohtabak aromatisieren – so geht’s!

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